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Mitarbeiter von "Charlie Hebdo": Der Kolumnist, der als Retter kam

Patrick Pelloux (Archiv): "Sie sollen nicht umsonst gestorben sein." Zur Großansicht
AFP

Patrick Pelloux (Archiv): "Sie sollen nicht umsonst gestorben sein."

"Patrick, wir brauchen dich!" Gegen 11.30 Uhr erhielt der Arzt und freiberufliche Kolumnist von "Charlie Hebdo", Patrick Pelloux, einen Anruf aus seiner Redaktion. Er war als einer der ersten vor Ort.

Hamburg - Patrick Pelloux ist Arzt. Und Kolumnist. Er schreibt frei für das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo", auf das Terroristen am Mittwoch einen Anschlag verübten, bei dem zwölf Menschen starben.

Am Mittwoch um 11.30, als die Terroristen in die Redaktion eindrangen, war er nur 200 Meter von der Redaktion entfernt zu einem Treffen mit der Feuerwehr geladen. Es ging um Verbesserungen der Leistungen im Krankensystem, als sein Telefon klingelte, erzählte Pelloux dem französischen Digitalkanal iTélé in einem bewegenden Interview, bei dem er sichtlich unter Schock stand und während des zehnminütigen Gesprächs immer wieder mit den Tränen kämpfte.

"Patrick, wir brauchen dich", sagte demnach Jean-Luc, der Grafiker des Magazins. Pelloux verstand zunächst nicht richtig, was der Anruf sollte. Doch in Begleitung des Chefs der Feuerwehr machte er sich auf den Weg in die Redaktion.

"Wir waren die ersten vor Ort", erzählt Pelloux iTélé. "Es war schrecklich. Viele waren bereits nicht mehr unter uns, denn man hatte sie getötet - wie bei einer Exekution." Es sei ihnen noch gelungen, die anderen zu retten. "Denen ging es doch morgens früh noch so gut", sagt Pelloux unter Tränen.

In dem Gespräch würdigt er seine Kollegen als "ganz außergewöhnliche Männer und Frauen" und murmelt, sie hätten gewollt, dass er mit den Medien spreche.

"Ich bin gekommen, um zu sagen: Die Zeitschrift wird weitermachen." Und mit Blick auf die Angreifer: "Die haben nicht gewonnen." Er sei hier, um Cabu, Tignous, Charb und Wolinski zu ehren und auch den Korrektor und den Leibwächter, der auf sie aufgepasst habe. "Sie sollen nicht umsonst gestorben sein."

sun

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