Terror in Frankreich Weitere Schießerei und Geiselnahme im Osten von Paris

Erneut sind in Paris Schüsse gefallen. Ein Mann hat in einem jüdischen Supermarkt bis zu fünf Geiseln genommen. Er soll auch für den Tod einer jungen Polizistin gestern verantwortlich sein.  Womöglich besteht eine Verbindung zum "Charlie-Hebdo"-Attentat.

Polizisten im Osten von Paris: Geiselnahme in Porte de Vincennes
france24.com

Polizisten im Osten von Paris: Geiselnahme in Porte de Vincennes


Paris - Am östlichen Stadtrand von Paris hat es am Freitag eine weitere Schießerei und eine Geiselnahme gegeben. Ein bewaffneter Mann soll nach französischen Medienberichten in einem Geschäft für koschere Lebensmittel bis zu fünf Menschen in seine Gewalt gebracht haben. Unter den Geiseln sollen auch Kinder sein. Laut "Le Monde" ist womöglich ein zweiter Täter beteiligt. In französischen Medien heißt es, es habe zwei Tote gegeben.

Die Tat hat sich ersten Informationen zufolge gegen 13.00 Uhr im Stadtteil Porte de Vincennes ereignet. Es soll mindestens einen Verletzten gegeben haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Täter halte die Geiseln mit zwei Sturmgewehren in Schach. Die Polizei hat die Straßen weiträumig abgesperrt.

Bei dem Täter handelt es sich möglicherweise um den Mann, der am Donnerstag südlich der französischen Hauptstadt bereits eine Polizistin erschossen haben soll, wie es aus Ermittlerkreisen hieß. Bei dem Überfall soll er laut "Figaro" gerufen haben: "Ihr wisst ganz genau, wer ich bin!"

Der Mann soll zudem eine Verbindung zu den mutmaßlichen Tätern haben, die den islamistischen Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" begangen haben.

Die Polizei gehe davon aus, dass die gesuchten Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34), die die Redaktion überfallen haben sollen, den anderen Täter kennen, berichtete die Zeitschrift "Le Point". Sie gehörten alle zu einer Gruppe von Dschihadisten.

Die Brüder verschanzen sich zurzeit nordöstlich von Paris in einer Druckerei und haben mindestens eine Geisel genommen.

Die Polizei hatte am Freitag im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf die Polizistin zwei Verdächtige gefasst. Bei dem Schusswechsel am Donnerstag war die Beamtin tödlich verletzt worden, ein zweiter Polizist war verletzt worden.

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ler/AFP/Reuters

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