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Terror in Frankreich: Mindestens zwei Tote bei neuer Geiselnahme in Paris

Bei dem Überfall auf einen jüdischen Supermarkt in Paris sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Der schwerbewaffnete Angreifer hatte mindestens fünf Geiseln genommen. Er soll auch für den Tod einer jungen Polizistin gestern verantwortlich sein.

AFP

Paris - Am östlichen Stadtrand von Paris hat es am Freitag eine weitere Schießerei und eine Geiselnahme gegeben. Ein bewaffneter Mann soll nach französischen Medienberichten in einem Geschäft für koschere Lebensmittel bis zu fünf Menschen in seine Gewalt gebracht haben. "Le Monde" berichtet sogar von sechs Geiseln. Unter ihnen sollen auch Kinder sein. Laut "Le Monde" ist womöglich ein zweiter Täter beteiligt. Laut französischen Medien gab es mindestens zwei Tote.

Die Tat hat sich ersten Informationen zufolge gegen 13 Uhr an der Porte de Vincennes ereignet. Der Täter halte die Geiseln mit zwei Sturmgewehren in Schach. Die Polizei hat die Straßen weiträumig abgesperrt. Das Gebiet um das jüdische Geschäft wurde abgeriegelt, Schulkinder in der Gegend durften die Gebäude nicht verlassen, die Stadtautobahn wurde an der Porte de Vincennes gesperrt. Am Nachmittag stockte die Polizei ihre Sicherheitskräfte rund um das Geschäft um Antiterror-Spezialisten auf. Bisher halten sie sich jedoch im Hintergrund.

Bei dem Täter handelt es sich laut Polizei möglicherweise um den Mann, der am Donnerstag südlich der französischen Hauptstadt bereits eine Polizistin erschossen haben soll. Bei dem Überfall auf den Supermarkt soll er laut "Figaro" gerufen haben: "Ihr wisst ganz genau, wer ich bin!"

Der Mann soll zudem eine Verbindung zu den mutmaßlichen Tätern haben, die den islamistischen Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" begangen haben.

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Terror in Frankreich: Geiseldrama im Supermarkt
Die Polizei gehe davon aus, dass die gesuchten Brüder Chérif (32) und Saïd Kouachi (34), die die Redaktion überfallen haben sollen, den anderen Täter kennen, berichtete die Zeitschrift "Le Point". Sie gehörten alle zu einer Gruppe von Dschihadisten. Die Brüder verschanzen sich seit dem Morgen nordöstlich von Paris in einer Druckerei und haben mindestens eine Geisel genommen.

Die Polizei hatte am Freitag im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf die Polizistin zwei Verdächtige gefasst. Bei dem Schusswechsel am Donnerstag war die Beamtin tödlich verletzt worden, ein zweiter Polizist war verletzt worden. Die Behörden veröffentlichten einen Fahndungsaufruf nach einem 32-jährigen Mann und einer 26-jährigen Frau, die in die Schießerei verwickelt sein sollen. Ihre Namen lauten Amedy Coulibaly, 32, und Hayat Boumeddiene (26).

Fahndungsfoto der Polizei: Hayat Boumeddiene. (l.) und Amedy Coulibaly Zur Großansicht
AFP

Fahndungsfoto der Polizei: Hayat Boumeddiene. (l.) und Amedy Coulibaly

ler/dpa/AFP

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