Gewalt in Charlottesville Trump ruft zu Geschlossenheit auf

"Egal welche Hautfarbe wir haben, welchem Glauben oder welcher Partei wir anhängen, wir sind alle Amerikaner." US-Präsident Trump hat sich zum Vorfall in Charlottesville geäußert.

Twitter: @brennanmgilmore

US-Präsident Donald Trump hat nach den Ausschreitungen mit einem Toten in Charlottesville zur Geschlossenheit aufgerufen. Er appellierte an die Amerikaner, sich über den Hass und den Fanatismus zu stellen.

"Egal welche Hautfarbe wir haben, welchem Glauben oder welcher Partei wir anhängen, wir sind alle Amerikaner", sagte der Präsident bei einem Auftritt auf seinem Golfplatz in Bedminister. "Wir verurteilen auf das Schärfste diesen ungeheuerlichen Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt auf vielen Seiten."

In der Universitätsstadt im US-Bundesstaat Virginia war es am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Ultrarechten und Gegendemonstranten gekommen. Dabei fuhr ein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten. Ein Person kam ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt, mindestens 19 sollen im Krankenhaus behandelt worden sein.

Der Fahrer des Wagens sei in Gewahrsam, hieß es seitens der Behörden. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Auch die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Den städtischen Behörden in Charlottesville zufolge war das Fahrzeug mit zwei anderen Autos zusammen gestoßen. Augenzeugenberichte und Videos von dem Vorfall legten nahe, dass der Fahrer absichtlich in die Gruppe der Gegendemonstranten gefahren war.

Laut Matt Korbon, einem 22-jährigen Student der University of Virginia, sei die Gegendemonstration gerade eine Straße hinuntergegangen, als er plötzlich Autoreifen quietschen hörte. Eine Limousine sei in ein anderes Auto gefahren und habe dann zurückgesetzt. Die Demonstranten hätten in verschiedene Richtungen versucht, sich in Sicherheit zu bringen, sagte er.

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Charlottesville: Gewalteskalation bei ultrarechtem Aufmarsch

Die Demonstranten hatten gegen einen Aufmarsch von Ultrarechten protestiert. Zu dem Aufmarsch aufgerufen hatte neben dem Ku Klux Klan auch die sogenannte Alt-Right-Bewegung, die neonazistisches Gedankengut vertritt und Trump unterstützt.

Der rechte Protest richtete sich gegen die Stadtverwaltung von Charlottesville. Sie will ein Denkmal des Bürgerkriegs-Generals Robert Lee entfernen lassen. Lee war der Befehlshaber der Truppen der Südstaaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg für den Fortbestand der Sklaverei kämpften.

Der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe, und städtische Stellen hatten nach Ausbruch der Gewalttätigkeiten für Charlottesville den Ausnahmezustand ausgerufen. Eine solche Maßnahme erleichtert es, zusätzliche Sicherheitskräfte heranzuziehen, wenn dies für nötig gehalten wird.

sun/dpa/AP



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