Nabil al-Alam Chef des libyschen Olympischen Komitees entführt

Er wurde im Stadtzentrum von Tripolis aus seinem Auto gezerrt und verschleppt. Am Montag ist mit Nabil al-Alam der wichtigste Sportfunktionär Libyens entführt worden.

Nabil al-Alam
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Nabil al-Alam


Tripolis - Der Vorsitzende des libyschen Olympischen Kommitees, Nabil al-Alam, ist entführt worden. Bewaffnete in Uniform hätten das Fahrzeug des Sportfunktionärs in der Hauptstadt Tripolis gestoppt und sich als Angehörige der Armee ausgegeben, berichteten lokale Medien.

Der Funktionär sei ihnen freiwillig gefolgt und seither verschwunden, bestätigte ein Sprecher von Libyens olympischem Komitee einem TV-Sender des Landes. Sportminister Fathi Terbil erklärte: "Wir verurteilen diese Handlung. Wer immer das getan hat, ist kriminell."

"Neun Bewaffnete, die sich als Armee-Angehörige ausgaben, haben Herrn Alam im Stadtzentrum um etwa 15 Uhr aus seinem Auto gezerrt und an einen unbekannten Ort verschleppt", sagte der Chef von al-Alams Büro Arafat Dschuwan. Weder die Armee noch das Innenministerium wüssten etwas von der Entführung.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Kommitees, Jacques Rogge, äußerte auf einer Telefonkonferenz in Lausanne seine "tiefe Besorgnis" über den Fall. In wenigen Tagen soll das aus fünf Athleten bestehende Team Libyens zu den Olympischen Sommerspielen nach London reisen. Bei den am 27. Juli beginnenden Spielen werden sie ihr Land in den Disziplinen Judo, Marathon, Gewichtheben und beim Einhundert-Meter-Lauf der Frauen vertreten.

Bis zum Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi vor einem Jahr wurde das libysche Olympische Kommitee von dessen ältestem Sohn Mohammed geleitet. Dieser hatte sich mit anderen Familienmitgliedern nach Algerien abgesetzt.

kha/AFP/dpa/Reuters

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