Vergifteter russischer Ex-Agent Chemiewaffenexperten dürfen Skripals Blutproben untersuchen

"Schamlos und rücksichtslos": Großbritanniens Premierministerin May attackiert Russland im Fall Skripal erneut. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen analysiert nun Blutproben des Ex-Agenten.

Ermittler vor Skripals Haus
AFP

Ermittler vor Skripals Haus


Der vergiftete russische Ex-Agent Sergej Skripal und seine Tocher Julia werden immer noch im Krankenhaus behandelt. Es sei unklar, ob sie wieder vollständig genesen werden, sagte der britische Richter David Williams. Er erlaubte der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zudem, Blutproben der beiden zu untersuchen.

Es sei rechtmäßig, dass Ärzte den beiden Blut abnähmen, um dieses sowie "Kopien ärztlicher Notizen" der OPCW zur Verfügung zu stellen, so Williams.

Ein beim Giftanschlag verletzter britischer Polizeibeamter ist hingegen mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er war während seines Einsatzes als Polizist mit dem Nervengift in Kontakt gekommen.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury vergiftet worden. Die britische Regierung macht Russland für den Anschlag verantwortlich und geht davon aus, dass dabei ein Gift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. Moskau bestreitet jede Beteiligung an dem Attentat.

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Giftattacke auf Sergej Skripal: Das Drama von Salisbury

Unterdessen hat die britische Premierministerin Theresa May zum Auftakt des EU-Gipfels erneut vor einer Bedrohung Europas durch Russland gewarnt. Der Giftanschlag von Salisbury füge sich ein in eine Politik "russischer Aggression gegen Europa und seine Nachbarn", sagte May in Brüssel. "Russland hat eine schamlose und rücksichtslose Attacke gegen Großbritannien verübt."

dop/AFP/Reuters/dpa



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