Santiago de Chile - Erst folterten sie ihn, dann wurde der chilenische Sänger Víctor Jara am 16. September 1973 mit 44 Schüssen getötet - Diktator Augusto Pinochet und sein Militär waren damals erst wenige Tage an der Macht. Jetzt hat die chilenische Justiz Haftbefehle gegen sieben Militärs erlassen, weil sie während der Diktatur an der Ermordung des Sängers beteiligt gewesen sein sollen.
Zwei Offizieren im Ruhestand wird die Erschießung Jaras und weiteren fünf eine Mittäterschaft angelastet, wie der Rundfunksender Radio Cooperativa am Freitag berichtete. Gegen einen der Täter, der in den USA lebt, wurde vom zuständigen Richter Miguel Vásquez auch ein internationaler Haftbefehl erlassen.
Jara war 1973 von Militärs festgenommen worden - nur zwei Tage nach dem Staatsstreich gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Im Nationalstadion der chilenischen Hauptstadt wurde er gefoltert und später getötet.
Der Leichnam Jaras war im Juni 2009 exhumiert worden, um die genauen Umstände seines Todes zu untersuchen. Sechs Monate später wurde der 1932 geborene Künstler feierlich in Anwesenheit der damaligen Präsidentin Michelle Bachelet in Santiago de Chile beigesetzt.
hen/dpa
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