Chile Präsidentin Bachelet kündigt kostenloses Studium an

Seit Monaten demonstrieren Studenten in Chile für ein besseres Bildungssystem - nun hat die Präsidentin Michelle Bachelet eine kostenlose Hochschulbildung für mehr als die Hälfte aller Studenten angekündigt.

Umstrittene Präsidentin Bachelet (Archiv): Will ihren Ruf retten
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Umstrittene Präsidentin Bachelet (Archiv): Will ihren Ruf retten


Die chilenische Staatschefin Michelle Bachelet hat auf die Studentenproteste der vergangenen Monate reagiert: Die umstrittene Regierungschefin kündigte eine kostenlose Hochschulbildung für die ärmsten Studenten an. ´

In Santiago de Chile und anderen Städten kam es in letzter Zeit bei Protesten für eine Bildungsreform immer wieder zu Gewalt, Menschen starben.

Bachelet will damit ein Wahlversprechen von 2013 umsetzen. Zunächst sollen rund 60 Prozent der Studenten ab kommendem Jahr von der Regelung profitieren, 2017 sollen es dann 70 Prozent sein. Bis 2020 sollen alle in Chile kostenfrei studieren können. Ein entsprechendes Gesetz soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres kommen.

Bachelet befindet sich derzeit auf dem Tiefpunkt ihrer Beliebtheit. Mehrere Korruptionsskandale haben dem Ansehen der Präsidentin geschadet. Nun versucht sie, diese Vertrauenskrise unter Kontrolle zu bringen. Erst Anfang des Monats forderte sie alle ihre Minister zum Rücktritt auf, um die Regierung umzubauen.

kry/AFP

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darthmax 22.05.2015
1. Kostenlos
ein Studium ist nicht kostenlos, es ist nur die Frage, wer dafür bezahlt. Wenn also für die Studenten kostenlos, dann der Steuerzahler. Das sind dann auch die niedrigen Einkommen. Ist das sozial ? wo die Studierenden doch nach Vollendung des Studiums zu den Besserverdienenden gehören ?
Kimmerier 22.05.2015
2. Studiengebühren und Ausbildungsvergütung
@ darthmax (#1): Man stelle sich vor, ein Auszubildender bekäme für die Zeit seiner Ausbildung sogar eine Vergütung! Dabei "darf" er doch etwas lernen, was ihn später zu einem höheren Einkommen verhilft als es ein "Ungelernter" erzizlen kann! Ach so - das gibt es sogar? "Lehrgeld" wird gar nicht mehr bezahlt? Und Schulausbildung ist auch "kostenlos" (nicht "umsonst")? Bevor man darüber schimpft, dass eine Fortsetzung einer Ausbildung an einer Universität nicht mit Gebühren verbunden ist, welche dann vielleicht nur noch von Eltern der Besserverdienenden bezahlt werden kann (bin heute selber ein "Besserverdienender", meine Eltern waren es nicht ...), sollte man etwaas nachdenken. Natürlich ist es "sozial", wenn kein "sozialer numerus clausus" darüber entscheidet, wer studieren darf, und wer nicht! Und ob alle Studierten im Laufe ihres Lebens dann immer in Summe mehr verdienen, als der Gleichaltrige mit abgeschlossener Lehre und mit 17 oder 18 gestartetem Erwerbsleben, mag ich sogar bezweifeln.
donvito85 22.05.2015
3.
Zitat von darthmaxein Studium ist nicht kostenlos, es ist nur die Frage, wer dafür bezahlt. Wenn also für die Studenten kostenlos, dann der Steuerzahler. Das sind dann auch die niedrigen Einkommen. Ist das sozial ? wo die Studierenden doch nach Vollendung des Studiums zu den Besserverdienenden gehören ?
Halten wir erstmal folgendes fest: laut der OCDE verdienen die reichsten 10% in Deutschland 6,6 mal soviel wie die ärmsten 10%, also ein Verhältnis 6,6:1. In Chile beträgt dieses Verhältnis 27:1. Von den Armen Chilenen kann sich daher keiner ein Studium leisten, ausser Sie bekommen ein Stipendium wegen guter schulischer Leistungen. Gute schulische Leistungen sind aber zum großen Teil abhängig von der schulischen Ausbildung, eine gute schulische Ausbildung können nur private Schulen garantieren, diese sind für die Armen Chilenen ebenfalls nicht zu bezahlen. Ergo entfällt für schätzungsweise 90% aller Armen in Chile somit schon alleine die Möglichkeit, etwas zu studieren und ebenso später einen guten Verdienst zu haben, ein von den chilenischen Eliten gewollter Teufelskreis. Selbst von staatlichen Universitäten kostet ein Semester ca. 3000-6000 Euro, eine schier unbezahlbare Summe für ca. 50-60% aller chilenischen Studenten. Hier geht es um Gerechtigkeit, und die Möglichkeit zu studieren, sollte abhängig von dem Willen/Leistung der Schüler sein und nicht vom Vermögen der Eltern. Genau dies will Bachelet damit ändern, genau das ist es auch was die Studentenproteste in Chile verlangen. Schönen Gruß noch.
student139 22.05.2015
4.
Sollen ihrer Meinung nach nur die besser Verdienenden ihre Kinder zum Studium schicken? Wenn der Steuerzahler für das Studium aufkommt, dann trifft es jeden zu einem geringen Prozentsatz. Wenn die Studenten nach ihrem Studium zu den Besserverdienenden gehören, dann zahlen sie de facto auch mehr Steuern und somit finanzieren sie wieder das Studium von jungen Menschen. Studienkredit für alle? Wer stellt das Geld zur Verfügung? Ist es denn gerecht wenn die Kinder reicher Eltern ihren Kredit sofort zurückzahlen können während andere Jahre oder Jahrzehnte zurückzahlen? Mal abgesehen davon, dass nicht alle Absolventen zu den Besserverdienenden gehören. Es ist doch so viel einfacher andere zu kritisieren als selbst Ideen einzubringen....
merkur08 22.05.2015
5. Was viele wohl nicht wissen....
In den meisten Laendern ist das Studium gebuehrenplichtig. In etlichen Laendern wie auch in Afrika ist sogar die Schule gebuehrenpflichtig....Frueher nannte man das auch bei uns Schulgeld. Fuer viele Kinder und Jugendliche ist der Schulbesuch lebenswichtig. In islamischen Laendern fuer Maedchen oftmals gar nicht moeglich. Und bei uns schwaenzen sie gerne, weil der Sozialstaat eh auffaengt. Kein Wunder, dass Deutschland ein Problem mit geeigneten Berufsnachwuchs hat. Sogar die Qualitaet an den Unis wird immer schlechter, weil dort durch die linke Oberhoheit der Leistungsgedanke verpoent ist.....
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