China Angehörige von Exil-Journalisten freigelassen

Wegen der Veröffentlichung eines regierungskritischen Berichts wurden Angehörige von in Deutschland und den USA lebenden Dissidenten in China verhaftet. Inzwischen sind mehrere der Inhaftierten wieder freigekommen.

Journalist Chang Ping
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Journalist Chang Ping


Die chinesischen Behörden haben mehrere Angehörige von im Ausland lebenden Dissidenten wieder freigelassen. Die in Deutschland und New York lebenden Dissidenten Chang Ping und Wen Yunchao sagten, ihre im Zusammenhang mit einer anonymen Rücktrittsaufforderung an Präsident Xi Jinping festgenommenen Angehörigen seien inzwischen wieder frei.

Chang sagte, zwei seiner Brüder und sein Vater seien gegen Zahlung einer Kaution und unter Auflagen frei gelassen worden. Auch Wen berichtete, seine in der Stadt Guangzhou festgenommenen Eltern und sein Bruder seien wieder frei. Die Freilassung sei vermutlich auf den Besuch Xis in den USA in dieser Woche zurückzuführen. Die chinesische Polizei habe seine Angehörigen festgenommen, um zu erreichen, dass er einen bereits verfassten Artikel für deutsche Medien zurückziehe, sagte Chang.

Die Kritik in dem anonymen Schreiben richtet sich gegen die Zentralisierung der Macht in der Volksrepublik, gegen Misswirtschaft und harte ideologische Kontrollen. Das Schreiben erschien vor etwa zwei Wochen auf der staatlich kontrollierten Homepage Wujie News. Vier Mitarbeiter des Mediums wurden Insider-Angaben zufolge festgenommen, das Schreiben von der Website gelöscht. Die Rundfunkgesellschaft BBC berichtete in der vergangenen Woche von insgesamt rund 20 Festnahmen.

Die chinesischen Behörden hatten die Festnahme von Changs Angehörigen mit Vorwürfen wegen Brandstiftung gerechtfertigt. Sie würden verdächtigt, bei einer Zeremonie zur Ahnenverehrung durch das Abbrennen von Räucherstäbchen einen Waldbrand ausgelöst zu haben, teilten die Behörden der Provinz Sichuan im Mikroblogging-Dienst Sina Weibo mit.

brt/AFP



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