Spratly-Inseln China baut offenbar weitere Startbahn im Südchinesischen Meer

Peking weitet seine umstrittene militärische Präsenz im Südchinesischen Meer aus. Neue Satellitenbilder lassen auf den Bau einer dritten Startbahn und einer Hafenanlage schließen.

Satellitenaufnahme des Mischief-Riffs: Laut CSIS entsteht hier eine Landebahn
REUTERS/CSIS Asia Maritime Transparency Initiative/Digital Globe

Satellitenaufnahme des Mischief-Riffs: Laut CSIS entsteht hier eine Landebahn


China schafft im Südchinesischen Meer weitere Fakten. Die Volksrepublik bereitet offenbar den Bau einer dritten Landebahn auf den Riffen der Spratly-Inseln vor. Darauf lassen Satellitenbilder schließen, die der US-Thinktank "Center for Strategic and International Studies" (CSIS) veröffentlichte.

Die Bilder stammen vom 8. September und zeigen den Angaben zufolge Bauarbeiten auf dem Mischief-Riff, einer künstlichen Insel, die China aufschütten ließ.

Die Aufnahmen zeigen laut CSIS einen drei Kilometer langen rechteckigen Bereich mit einer Stützmauer. Ähnliche Anlagen gebe es bereits auf den Riffen Subi und Fiery Cross, sagte Greg Poling vom CSIS. Dem Experten zufolge handelt es sich um eine Landebahn, weitere Arbeiten deuteten auf die Entstehung einer Hafenanlage hin. Die Landebahn wäre wohl lang genug für die meisten chinesischen Militärmaschinen. Mit den Anlagen auf den Spratly-Inseln bekommt China eine wesentlich größere Reichweite in die Gewässer Südostasiens hinein.

USA zeigen sich besorgt

Die Nachricht von den Bauarbeiten kommt nur wenige Tage vor dem Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping in Washington. Die USA sind zunehmend besorgt darüber, wie China seine territorialen Ansprüche durchsetzt. Das Thema dürfte kommende Woche auf der Agenda stehen.

Die Volksrepublik beansprucht weite Teile des Südchinesischen Meers für sich, auch Regionen vor den Küsten von Nachbarländern. China beruft sich auf "historische Rechte", die es zunehmend aggressiv durchsetzen will. Erst am Dienstag erläuterte der chinesische Vize-Admiral Yuan Yubai auf einer Militärkonferenz in London, das Südchinesische Meer gehöre schon allein deshalb zu China, weil es China im Namen trage.

Chinesische Einheiten hatten Ende vergangenen Jahres begonnen, fünf Inseln der Spratlys durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrößern. Bei der Inselgruppe handelt es sich um insgesamt rund 150 Felsen, Atolle und Riffe, von denen gerade einmal fünf Quadratkilometer aus dem Wasser ragen. Neben China erheben auch Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei und die Philippinen Anspruch auf sie. Die jeweils einem Land am nächsten gelegene Insel ist von den Philippinen 190 Kilometer, von der vietnamesischen Küste 475, von Malaysia rund 300 und von der südlichsten Provinz Chinas, der Insel Hainan, gar mehr als tausend Kilometer entfernt.

Der Konflikt mit Vietnam spitzte sich im Mai vergangenen Jahres zu, als Peking eine Tiefseebohrinsel vor die weiter nördlich gelegene Paracel-Inselgruppe verlegte. Mit Japan liegt China wiederum seit Jahren im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Um Stärke zu zeigen, schickt China immer wieder Schiffe in das Gebiet.

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ler/Reuters

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chr.reinhard 15.09.2015
1.
Warum nicht? Die Amis haben ihr Diego Garcia, sollen die sich auch sone Sandbank flott machen, ist doch eh nur Politik.
muellerthomas 15.09.2015
2.
Zitat von chr.reinhardWarum nicht? Die Amis haben ihr Diego Garcia, sollen die sich auch sone Sandbank flott machen, ist doch eh nur Politik.
Diego Garcia gehört zum Britischen Territorium im Indischen Ozean und ist ein natürliches Atoll. China hingegen schüttet küstliche Inseln auf, um so Rechte zu ermogeln, die nicht vorhanden sind. Und wieso nicht? Weil dies die Rechte von Vietnam, den Philippinen, Malysia und Brunei beeinträchtigt.
stefan.p1 15.09.2015
3. Diego Garcia
haben die Amis von den Engländern gepachtet! Wenn man sich die Karte anguckt ist das von den Chinesen beanspruchte Gebiet schon ganz schön Groß... Die USA haben da wohl eine größere Baustelle als ihnen angesichts ihres harten Kurs gegen Rußland lieb sein kann.
webblaster 15.09.2015
4. Diego Garcia
wird von den USA aber von den Briten gepachtet. Diese Inselgruppen im Südchinesischen Meer werden von den Chinesen de-facto annektiert aber von 6 verschiedenen Staaten beansprucht.
FrankH 15.09.2015
5. Logik
Dann gehört jetzt auch jedes China-Restaurant weltweit zum chinesischen Staatsgebiet? Trägt ja auch China im Namen....
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