Eskalation auf hoher See: China blockiert philippinisches Kriegsschiff

Wachsende Spannungen im Südchinesischen Meer: Eine Patrouille der philippinischen Marine wollte chinesische Fischer festnehmen, die in den von Manila beanspruchten Gewässern unterwegs waren. Zwei Pekinger Aufklärungsschiffe verhinderten dies.

Das philippinische Kriegsschiff "BRP Gregorio del Pilar": Eskalation im Südchinesischen Meer Zur Großansicht
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Das philippinische Kriegsschiff "BRP Gregorio del Pilar": Eskalation im Südchinesischen Meer

Manila/Peking - Der Territorialstreit zwischen China und den Philippinen im Südchinesischen Meer spitzt sich zu: Zwei chinesische Aufklärungsschiffe hätten eine Patrouille der philippinischen Marine behindert, berichtete das Außenministerium in der philippinischen Hauptstadt Manila am Mittwoch.

Die Philippiner hatten nach eigenen Angaben chinesische Fischerboote im Bereich des Scarborough-Riffs westlich des Landes aufgebracht. Sie fischten in den von Manila beanspruchten Gewässern. Die Marine wollte die Matrosen festnehmen, doch seien zwei chinesischen Aufklärungsschiffe zwischen die Fischer und das philippinische Kriegsschiff "BRP Gregorio del Pilar" gefahren und hätten es blockiert, teilte das Außenministerium mit.

Außenminister Albert del Rosario bestellte den chinesischen Botschafter in Manila ein, um zu protestieren. Das Scarborough-Riff sei "integraler Bestandteil des philippinischen Territoriums", bekräftigte Rosario den Anspruch seines Landes. Er forderte den chinesischen Botschafter zu einer diplomatischen Lösung der Krise auf.

China beansprucht den Großteil des Südchinesischen Meeres für sich. Allerdings tun dies neben den Philippinen auch Vietnam, Taiwan, Brunei und Malaysia. Diese territorialen und hoheitlichen Ansprüche überschneiden sich sowohl untereinander als auch mit denen von Peking. Der seit langem schwelende Streit hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Konflikt ausgewachsen, weil China die eigenen Ansprüche immer aggressiver vertritt.

Die Philippinen und die USA wollen vom 16. bis 27. April im Südchinesischen Meer ein gemeinsames Manöver durchführen.

heb/Reuters/AP/dpa/dapd

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Eine schon laenger unbeachtete Krise
cucco 11.04.2012
Wir erinern uns, dass der Spiegel in 2011 ueber die Besetzung einer unbewohnten philippinischen Insel durch die Chinesen berichtete. Im Gebiet westlich von der PH Insel Palawan werden grosse Bodenschaetze unter dem Meer vermutet. Die USA sind schon laenger alarmiert. Kaum wurde das neueste Raketen Abenteuer Nodkoeas bekannt, schrieben die Philippinischen Zeitungen im Maerz, dass die USA ihre Militaerbasen in den PH verstaerken werden zum Schutz vor Nordkorea. Doch in Wirklichkeit ist der chinesische Gebietsanspruch das eigentliche heisse Eisen und nicht die Norkoreaner. Die neueste chinesische Gebietsverletzung kann in der Tat eine global gefaehrliche Entwicklung werden. Die europaeische Art, des Profits wegen den Chinesen in den Hintern zu kriechen ( hello Madame Angie !) wird sich fuer die Europaer raechen.
2. ...
deus-Lo-vult 11.04.2012
Zitat von sysopWachsende Spannungen im Südchinesischen Meer: Eine Patrouille der philippinischen Marine wollte chinesische Fischer festnehmen, die in den von Manila beanspruchten Gewässern unterwegs waren. Zwei Pekinger Aufklärungsschiffe verhinderten dies. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826728,00.html
Nur weil Manila die Gewässer beansprucht haben die noch lange nicht das Recht, Fischerboote aufzubringen! Sucht den Fehler! Ein Tipp: Er liegt nicht bei den Chinesen.
3.
DerNerd 11.04.2012
Zitat von deus-Lo-vultNur weil Manila die Gewässer beansprucht haben die noch lange nicht das Recht, Fischerboote aufzubringen! Sucht den Fehler! Ein Tipp: Er liegt nicht bei den Chinesen.
Ich hab keine Ahnung an WEM es liegt, ich denke, an allen. Vietnam beansprucht auch einige kleine Inseln, kaum der Rede wert, würde man da nicht Gas/Ölvorkommen vermuten. Seither gibts jedes Jahr mehrere kleine (bewaffnete) Zwischenfälle die hier kaum beachtet werden. China hat auf einer briefmarkengroßen fesligen Erhebung im Meer (Insel mag ich das nicht nennen) einen ständigen militärischen Stützpunkt etabliert, was den Vietnamesen ganz besonders sauer aufgestossen ist. Frage ich die Vietnamesen ist die Sache klar: Insel, Meer und vor allem die vermuteten Rohstoffe sind selbstverständlich vietnamesisches Eigentum.
4. falsch ..........
ottohuebner 11.04.2012
Zitat von deus-Lo-vultNur weil Manila die Gewässer beansprucht haben die noch lange nicht das Recht, Fischerboote aufzubringen! Sucht den Fehler! Ein Tipp: Er liegt nicht bei den Chinesen.
die gebiete werden nicht von den philippinen beansprucht. die gebiete gehoeren zu den philippinen. das ist eindeutig und klar. ob sich das gegen die militaerische uebermacht der chinesen durchsetzen laesst ist eine andere frage. die chinese haben heute schon zu viel einfluss auf den philippinen. einige der chin. botschafter benehmen sich als waeren die phi den chin gegenueber tributpflichtig. unter arroyo (weil gekauft von den chin.) konnten sich die chinesen das erlauben. aquino laesst das nicht mehr zu.
5. Kleiner Tipp zurück
HeisseLuft 11.04.2012
Zitat von deus-Lo-vultNur weil Manila die Gewässer beansprucht haben die noch lange nicht das Recht, Fischerboote aufzubringen! Sucht den Fehler! Ein Tipp: Er liegt nicht bei den Chinesen.
Man sollte allerdings auch nicht unbedingt in umstrittenen Gewässern fischen, wegen derer es bereits Zusammenstöße gegeben hat. Er liegt also schon bei den Chinesen.
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