Peking - Mehr als zwei Jahrzehnte saß Li Wangyang in chinesischen Gefängnissen - nun ist der Bürgerrechtler nur ein Jahr nach seiner Entlassung tot aufgefunden worden. Li soll sich in einem Krankenhaus erhängt haben, wo er wegen Zuckerkrankheit und einem Herzleiden behandelt wurde.
Angeblich hat sich Li in seinem Krankenzimmer umgebracht. Die Familie des Dissidenten hat jedoch erhebliche Zweifel an dieser Version geäußert. Es habe keinerlei Anzeichen für einen baldigen Freitod gegeben, sagte die Mutter des Verstorbenen laut der britischen BBC.
Auch Lis Schwager äußerte sich ähnlich: "Er war ein starker Mann mit einem starken Willen. Es ist schon sehr seltsam", so Zhao Baozhu. Er habe den Leichnam sehen dürfen, aber keinen Zugang zu dem Raum erhalten, in dem sich die Tat ereignet haben soll.
Das Information Centre for Human Rights and Democracy in China nannte Lis Freitod "ungewöhnlich". Man könne nicht ausschließen, dass Sicherheitskräfte einen Selbstmord nur vorgetäuscht haben könnten.
Li, der als wichtiger Vertreter für die Rechte von Arbeitern in China galt, war 1989 bei Protesten auf dem Tiananmen-Platz in Peking festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte ihn wenig später zu einer Haftstrafe von 13 Jahren. Im Jahr 2001 folgte ein zweites Urteil: Dieses Mal setzte es zehn Jahre wegen "Anstiftung zum Umsturz".
jok
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