China Ex-Politbüro-Mitglied wegen Korruption verurteilt

Er gehört zur Politelite Chinas, nun ist die Karriere von Sun Zhengcai endgültig vorbei. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Korruption zu einer Gefängnisstrafe. Demnach hinterzog er mehr als 22 Millionen Dollar.

Sun Zhengcai in Peking (Archivbild)
REUTERS

Sun Zhengcai in Peking (Archivbild)


Der sogenannte Anti-Korruptionskampf der chinesischen Regierung fordert ein weiteres prominentes Opfer: Der frühere chinesische Spitzenpolitiker Sun Zhengcai ist von einem Gericht der Korruption für schuldig befunden worden. Er muss nun eine lebenslange Gefängnisstrafe verbüßen. Es handele sich um ein "mildes" Urteil, welches auf die Kooperationsbereitschaft des Angeklagten zurückzuführen sei, sagten die Richter.

Sun war früher Parteichef in der südwestlichen Großstadt Chongqing. Der 54-Jährige galt zwischenzeitlich sogar als möglicher Nachfolger von Präsident Xi Jinping. Im vergangenen Juli war er jedoch überraschend seines Amtes enthoben und zwei Monate später wegen der Korruptionsvorwürfe auch aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen worden.

Das Gericht sah es nun als erwiesen an, dass Sun Bestechungsgelder im Umfang von 170 Millionen Yuan (umgerechnet etwa 22,2 Millionen Euro) angenommen hatte. Das berichtete das Erste Mittlere Volksgericht der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin. Auch werden ihm laut Urteil "sämtliche politischen Rechte" auf Lebenszeit entzogen. Sein gesamtes persönliches Eigentum wurde beschlagnahmt.

Unliebsame Politiker loswerden

Kritiker werfen dem chinesischen Präsidenten vor, die Anti-Korruptionskampagne auch zur Beseitigung politischer Gegner und zur Festigung seiner Macht zu missbrauchen. Im Zuge des von Xi initiierten Kampfes gegen die Korruption sind laut offiziellen Angaben in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1,3 Millionen Beamte und Politiker auf allen Ebenen bestraft worden.

Unter Korruptionsverdacht gerieten nicht nur Landkreis- und Stadtfunktionäre, sondern auch mächtige "Tiger" mit besten Beziehungen in der Kommunistischen Partei. Zu den "Tigern" gehören ehemals hochrangige und später in Ungnade gefallene Politiker wie der frühere Sicherheitschef Zhou Yongkang und der ehemalige Präsidentenberater Ling Jihua.

vks/dpa/AFP



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