Nuklearprogramm: China fordert von Iran Flexibilität im Atomstreit

Vor den nächsten Verhandlungen über das iranische Atomprogramm hat Peking vom iranischen Präsidenten Ahmadinedschad eine "flexible und pragmatische Haltung" gefordert. Vertreter Teherans und der Atomenergiebehörde trafen sich in Wien zu Vorgesprächen.

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Präsidenten Ahmadinedschad, Hu in Peking: "Pragmatische Haltung"

Peking - China hat Iran zu Flexibilität in den internationalen Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm aufgefordert. Bei einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad am Freitag in Peking sagte Staats- und Parteichef Hu Jintao, China befürworte eine Lösung durch Dialog.

China hoffe, dass die iranische Seite eine "flexible und pragmatische Haltung" einnehme und ernsthafte Gespräche mit den anderen Teilnehmern in den Verhandlungen führe. So könnten der Dialog und die Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verbessert werden, um die Spannungen abzubauen. Neue Fortschritte seien bei den Gesprächen in Bagdad gemacht worden, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Ahmadinedschad hatte am Vortag als Beobachter am Gipfel der Shanghaier Kooperationsorganisation in Peking teilgenommen. Die Mitglieder China und Russland sowie ihre vier mittelasiatischen Partnerländer Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan lehnten eine militärische Intervention im Atomstreit als inakzeptabel ab und warnten vor unberechenbaren Konsequenzen.

China betont das Recht Irans auf Entwicklung der Kernenergie, will aber wie der Westen keine Atomwaffen in Teherans Händen sehen.

Die nächste Runde der Verhandlungen der 5+1-Gruppe, bestehend aus den fünf Uno-Vetomächten USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China sowie Deutschland, findet am 18. Juni in Moskau statt.

Am Freitag kamen Vertreter Irans und der IAEA erneut zu Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm zusammen. An den Beratungen nehmen der iranische Gesandte bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, IAEA-Chefinspekteur Herman Nackaerts und der stellvertretende IAEA-Chef Rafael Grossi teil. Ziel der Gespräche in Wien ist ein Abkommen, das IAEA-Inspektoren Zugang zu den iranischen Atomanlagen ermöglichen soll. Dazu gehört auch die Militäranlage Parschin bei Teheran, die als möglicher Standort für verdächtige Aktivitäten gilt.

Mehrere westliche Regierungen verdächtigen Iran, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms heimlich an einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück.

fab/dpa/AFP

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