Hamburg - Ein am Montag auf YouTube veröffentlichtes Video zeigt, wie sich ein Mitglied der an dem Haus in Peking stationierten Sicherheitskräfte den drei Dissidenten entgegenstellt. Doch die Regierungsgegner konnten sich letztlich ihren Weg in die Wohnung von Liu Xia bahnen und die Frau des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo besuchen. Die Gattin wirkt auf dem Video erfreut über den Besuch, aber auch verängstigt. Sie drängt ihre Besucher - offenbar aus Angst vor Repressalien - zum schnellen Verschwinden.
Die Veröffentlichung der rund vier Minuten langen Aufnahme auf YouTube ist ein Affront gegen die chinesischen Behörden. Angeführt wird die Besuchergruppe vom bekannten Dissidenten Hu Jia, der für seinen Einsatz für Menschenrechte, Umweltschutz und Aids-Kranke bekannt ist. Er sagte am Montag zu der Aktion, dass "die tausend Worte, die wir sagen wollten, in Schluchzen und Tränen aufgelöst wurden". Nach der Aktion am Freitag seien er und seine zwei Mitstreiter vorübergehend festgehalten worden.
Liu Xiaobo war Ende Dezember 2009 wegen Untergrabung der Staatsgewalt zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Haft wird äußerst strikt gehandhabt, es gibt kaum Informationen über sein Schicksal. 2010 wurde der Mitverfasser der Charta 08, die tiefgreifende politische Reformen in China fordert, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, konnte ihn aber nicht selbst entgegennehmen. Peking reagierte auf die Auszeichnung erbost und bezeichnete sie als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes. Liu Xiaobos Frau Liu Xia steht seit mehr als zwei Jahren unter Hausarrest, ein offizielles Urteil dazu gab es nie.
rom/AFP
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