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China Hoher Funktionär hingerichtet

Bewohner vor Oberstem Gericht: Die Banner verteidigen die Hinrichtung Wen QiangsZur Großansicht
REUTERS

Bewohner vor Oberstem Gericht: Die Banner verteidigen die Hinrichtung Wen Qiangs

Er soll Gelder unterschlagen, Kriminelle geschützt und eine Frau vergewaltigt haben: Jetzt wurde ein früherer hoher Funktionär der kommunistischen Partei in China exekutiert. Der Oberste Gerichtshof hielt die Strafe für angemessen.

Peking - Der 55 Jahre alte Wen Qiang war im April wegen Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen zum Tode verurteilt worden. Nun wurde der frühere Chef der Justizbehörde in der chinesischen Millionenstadt Chongqing am Mittwoch hingerichtet, wie das Gericht in Chongqing auf seiner Website erklärte.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete unter Berufung auf Gerichtsdokumente, Wen habe Bestechungsgelder angenommen und Kriminelle vor Strafverfolgung geschützt. Außerdem habe er eine Studentin vergewaltigt. Der Oberste Gerichtshof Chinas, der routinemäßig alle Todesurteile überprüft, urteilte nach Angaben des Gerichts im Mai: "Die Faktenlage ist klar, die Beweise sind stichhaltig und ausreichend, das Urteil ist fehlerfrei und die Strafe angemessen."

Wen war Xinhua zufolge von 1992 bis 2008 stellvertretender Polizeichef von Chongqing und danach Direktor der Justizbehörde. Er wurde im September 2009 festgenommen. Seine Schwägerin Xie Caiping gilt als Patin des organisierten Verbrechens in der Region. Sie wurde im November wegen des Betriebs illegaler Kasinos und Bestechung zu 18 Jahren Haft verurteilt. Mit großangelegten Razzien gingen die chinesischen Behörden im vergangenen Jahr gegen das organisierte Verbrechen in Chongqing vor.

Fast 100 Verdächtige wurden festgenommen, darunter Polizisten und Behördenvertreter. Die Hinrichtung von Menschen ist wiederholt international kritisiert worden.

Drohungen gegen Buchautor

Die chinesische Geheimpolizei hat unterdessen einem regierungskritischen Autor mit Haft gedroht, sollte er wie geplant ein Buch über Ministerpräsident Wen Jiabao veröffentlichen. Die Staatssicherheit habe ihn viereinhalb Stunden lang verhört, sagte der Dissident Yu Jie am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizisten hätten ihm zu verstehen gegeben, dass der Regierungschef "kein Bürger wie jeder andere" sei und das Buchprojekt für ihn "schwere Konsequenzen" haben könne, da es den Interessen des Staates schade. "Sie haben mir gesagt, dass dies ein Verbrechen wäre, das mich hinter Gitter bringen würde", so der 36-Jährige.

Yu hatte vor zwei Wochen über den Internetdienst Twitter angekündigt, in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ein Buch über Wen zu veröffentlichen. Offenbar bekamen die chinesischen Behörden so Wind von dem Projekt. Yus Bücher sind seit 2004 in China verboten, sie finden aber großen Absatz in Hongkong und in Taiwan. Das Buch über den Regierungschef soll trotz der Drohungen in drei Monaten unter dem Titel "Wen Jiabao, der beste chinesische Schauspieler" erscheinen.

sev/apn/AFP

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Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Hu Jintao

Regierungschef: Wen Jiabao

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