Streit um Inseln im Ostchinesischen Meer: China wirft Japans Premier gefährliche Politik vor

Japans Ministerpräsident macht Wahlkampf, China schickt Marineschiffe: Der Konflikt zwischen Peking und Tokio um mehrere unbewohnte Inseln kocht wieder hoch. Im Streit um das rohstoffreiche Gebiet ist keine Seite zum Einlenken bereit.

Japanischer Regierungschef Shinzo Abe auf Ishigaki: "Sein Vorgehen ist unvernünftig Zur Großansicht
AP

Japanischer Regierungschef Shinzo Abe auf Ishigaki: "Sein Vorgehen ist unvernünftig

Tokio/Peking - Der Streit zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer verschärft sich. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News berichtete am Donnerstag, dass China drei Patrouillenschiffe in die Gewässer um die umstrittenen Inseln geschickt habe.

Die Regierung in Peking wollte ein Eindringen der Boote in die Gewässer nicht bestätigen. Eine Sprecherin betonte aber, dass die Inseln seit jeher zu China gehörten. "Chinas Regierung wird weiterhin notwendige Schritte unternehmen, um die Souveränität des Territoriums zu schützen", sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Donnerstag.

Am Mittwoch hatte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe den Streit um die Senkaku-Inseln, die in China Diaoyu genannt werden, erneut angeheizt. Er absolvierte einen Wahlkampfauftritt auf der japanischen Insel Ishigaki, die nur etwa 160 Kilometer von dem umstrittenen Gebiet entfernt liegt. In einer Rede vor Anhängern hatte Abe Tokios Anspruch auf die Inseln bekräftigt. Am Sonntag finden in Japan Oberhauswahlen statt, bei denen Abes Liberaldemokratische Partei mit einer klaren Mehrheit rechnen kann.

Chinas Staatsmedien sind verärgert über Abe

Die staatliche chinesische Presse reagierte am Donnerstag erbost auf Abes Auftritt. Die "Volkszeitung" der Kommunistischen Partei schrieb, China werde es nie wieder zulassen, dass auf seinem Territorium herumgetrampelt werden. Damit spielte das Blatt auf die japanische Invasion Chinas Anfang des 20. Jahrhunderts an.

Die Armeezeitung in Peking schrieb: "Zu einem Zeitpunkt, da der Streit um die Diaoyu-Inseln andauert und die Situation komplex und sensibel ist, ist Abes Vorgehen ohne Zweifel extrem gefährlich und unvernünftig."

Der Konflikt um die Inseln belastet die Beziehungen zwischen Peking und Tokio seit knapp einem Jahr. Im September 2012 hatte Japan drei der unbewohnten Inseln gekauft. Um die Inseln herum gibt es reiche Fischgründe, außerdem werden dort große Öl- und Gasvorkommen vermutet.

syd/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Streit um Inselgruppen im Chinesischen Meer
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite