China Menschenrechtler prangern Gewalt gegen Tibeter an

Mit brutaler Härte hat die chinesische Regierung den Aufstand der Tibeter 2008 niedergeschlagen. In einem nun veröffentlichten Bericht dokumentiert Human Rights Watch die Menschenrechtsverletzungen genau: Demnach wurden Demonstranten niedergeschlagen, getreten und gefoltert.

Polizisten in Tibet (Bild vom März 2008): Geschlagen, gefoltert, erschossen
REUTERS

Polizisten in Tibet (Bild vom März 2008): Geschlagen, gefoltert, erschossen


Peking - China ist bei der Niederschlagung der Proteste in Tibet vor zwei Jahren nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) mit äußerster Gewalt vorgegangen. Die Sicherheitskräfte schossen demnach auf Demonstranten, unter anderem auf Schüler und Mönche. Sie schlugen laut HRW Protestierende brutal nieder und traten sie, bis sie bewegungslos auf dem Boden lagen. Hunderte Festgenommene würden noch immer vermisst.

Die Erkenntnisse. die HRW in einem Bericht zusammenstellte, basieren auf Interviews mit mehr als 200 tibetischen Flüchtlingen und anderen Augenzeugen zwischen März 2008 und April 2010 sowie auf offiziellen Informationen.

"Dutzende Augenzeugenberichte und regierungseigene Quellen" zeigten deutlich, dass offizielle Stellen bereit seien, gegen unbewaffnete Demonstranten vorzugehen, sagte Sophie Richardson, Asien-Expertin von HRW. Der Bericht widerlege eindeutig die Behauptung der chinesischen Regierung, dass sie beim Umgang mit den Protesten internationale Standards und nationale Gesetze eingehalten habe, sagte sie und forderte eine chinesische und eine internationale Untersuchung. Die Regierung in Peking wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Die Regierung in Peking hat seit den Unruhen versucht, Berichte über Rechtsverstöße zu unterdrücken. So wurden die Streitkräfte in Tibet massiv aufgestockt, die Bevölkerung noch genauer überwacht und der Tourismus eingeschränkt. Nur wenigen ausländischen Reportern wurde - unter staatlicher Aufsicht - die Einreise nach Tibet gestattet.

Anlass für die zunächst friedlichen Demonstrationen in Tibet war der Jahrestag des gescheiterten Aufstands der Tibeter gegen die Vorherrschaft Chinas am 10. März 1959.

Nach Angaben der tibetischen Exilregierung wurden bei der Niederschlagung der Proteste mehr als 200 Tibeter getötet und rund tausend weitere verletzt. Peking räumte die Tötung eines Tibeters ein und warf den Aufständischen vor, sie hätten 21 Menschen getötet. China, das den Himalayastaat 1951 besetzt hat, sieht Tibet als Teil seines Staatsgebiets an. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, musste mit seinen Anhängern fliehen und lebt im Exil.

fro/AFP/apn



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Baracke Osama, 22.07.2010
1. --
Zitat von sysopMit brutaler Härte hat die chinesische Regierung den Aufstand der Tibeter 2008 niedergeschlagen. In einem nun veröffentlichten Bericht dokumentiert Human Rights Watch die Menschenrechtsverletzungen genau: Demnach wurden Demonstranten niedergeschlagen, getreten und gefoltert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,707889,00.html
Alles nach amerikanischem Vorbild!
Centurio X 22.07.2010
2. Immer wieder
Zitat von Baracke OsamaAlles nach amerikanischem Vorbild!
frage ich mich, wieso Ihr inhaltsloses Dummgeschreibsel Zugang zu diesem Forum findet!
mick3 22.07.2010
3. Späte Gerechtigkeit
Zitat von sysopMit brutaler Härte hat die chinesische Regierung den Aufstand der Tibeter 2008 niedergeschlagen. In einem nun veröffentlichten Bericht dokumentiert Human Rights Watch die Menschenrechtsverletzungen genau: Demnach wurden Demonstranten niedergeschlagen, getreten und gefoltert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,707889,00.html
Wenigstens späte Gerechtigkeit in Bezug auf die Fakten. Einige hatten ja bewusst versucht die Tatsachen zu verzerren und den Spieß umzukehren, dass weil die Tibeter am Ende zu Gewalt griffen—was nie gut, aber manchmal eben emotional verständlich ist—seien sie eigentlich die Üblen. Allen voran hatte sich da Colin Goldner mit einer "Aufklärungswelle" generiert, die andere Zeitungen bereitwillig abdruckten. Ich frage mich wer das wirklich abkönnte, was die Chinesen den Tibetern über einen langen Zeitraum von nunmehr mehr als 50 Jahren antun, ohne innerlich zu explodieren...
Baracke Osama, 22.07.2010
4. --
Zitat von Centurio Xfrage ich mich, wieso Ihr inhaltsloses Dummgeschreibsel Zugang zu diesem Forum findet!
Sie können mich ja auf "ignore" setzen, wenn es Sie stört!
fritzschultz7ink 22.07.2010
5. HRW: Objektiv und unpolitisch. Klasse!
Jetzt geht das wieder los! "Chinesisches Miltär unterdrückt mit brutaler Gewalt friedliche Demonstrationen in Tibet." Human Rights Watch hat schon 2006 (oder war das 2007?) keine anständige Analyse der israelisch-palästinensischen Konflikte geliefert. Und nun werden sie vom Spiegel zu objektiven Kronzeugen der 2008-Tibetaufstände erklärt. HRW kann nur gewinnen, wenn es die Reaktion des Staates auf den Aufstand als unangemessen und brutal darstellt. Da macht es gar nichts, dass die "unbewaffneten", aber extrem gewalttätigen Aufständischen viele Menschen getötet und verletzt hatten. Not important. Der Spiegel-Text enthält jedenfalls keinerlei Hinweis auf die Brutalitäten. Die Krawall-Experten an der Außenalster werden jedenfalls eine weitere erhebende Forenschlacht genießen können. Guter Anfang schon bei Sesterheim (#3), der massiv gegen jede Netiquette verstößt. Weiter so!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.