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China Regierung bestreitet Gewalt gegen Journalisten

Polizeieinsatz in Shanghai: Ausländische Journalisten werden bei der Arbeit behindertZur Großansicht
AFP

Polizeieinsatz in Shanghai: Ausländische Journalisten werden bei der Arbeit behindert

Überwachung, Festnahmen, heimliche Besuche in der Privatwohnung. China erschwert die Arbeit von Journalisten massiv. Die Nervosität angesichts der Internetaufrufe zu Protesten wächst. Die Regierung will diese Darstellung allerdings nicht gelten lassen: Es gebe keine Anzeichen für Spannungen.

Peking - "Wir wollen nicht, dass irgendwer etwas sucht, wo nichts ist, und sich etwas aus den Fingern saugt", sagt Außenminister Yang Jiechi über die Arbeit der Auslandskorrespondenten in China. Er sehe auch "keine Anzeichen für eine angespannte Lage" in China, so der Minister am Montag vor der Presse in Peking - obwohl das Land den größten Einsatz seiner Sicherheitskräfte seit Olympia 2008 erlebt.

Nach den Aufrufen zu "Jasmin-Protesten" wie in der arabischen Welt wurde jetzt schon drei Sonntage in Folge ein Großaufgebot von Polizei mobilisiert, um jede Aktion sofort im Keim zu ersticken. Polizei und Staatssicherheit gehen massiv gegen ausländische Medien vor.

Die Polizei in Peking und in Shanghai hat an den vergangenen zwei Wochenenden öffentliche Plätze geräumt und ausländische Journalisten an der Berichterstattung gehindert, sie vorübergehend festgenommen oder sogar attackiert. In Shanghai wurden am Sonntag rund 15 ausländische Reporter festgenommen, darunter auch ein Korrespondent des "Stern". Er wurde nach eigenen Angaben freigelassen, nachdem er ein "Geständnis" unterzeichnet hatte. Vor einer Woche hatte ein Reporter von Bloomberg News, Steve Engle, nach Tritten durch mutmaßliche Beamte in Zivil medizinisch behandelt werden müssen.

Am vergangenen Wochenende besuchten Beamte deutsche und andere Korrespondenten, ermahnten sie, sich an Gesetze zu halten - darunter die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die "Wirtschaftswoche" oder das ARD-Fernsehen. Nicht wenige werden verfolgt, sobald sie vor die Tür treten - vor allem die Mitarbeiter und Korrespondenten von ARD und ZDF, die vor einer Woche mehrere Stunden festgesetzt worden waren.

In Peking müssen Journalisten nun für ihre Recherchen in einigen Teilen der Stadt eine Genehmigung vorweisen. Eine solche Erlaubnis sei bisher noch niemandem erteilt worden, sagte ein Stadtvertreter am Sonntag.

"Wir sind offen sichtbar überwacht worden"

"Wir werden beschattet", sagt ZDF-Reporter Johannes Hano. "Auch gibt es Anzeichen, dass jemand in unserer Wohnung war, als wir weg waren." Als wenn jemand eine Botschaft hinterlassen wollte. "Das macht uns Sorgen." Anderswo sind plötzlich merkwürdigerweise Bürocomputer verstellt. "Wir sind am Wochenende massiv und offen sichtbar überwacht worden", sagt auch ARD-Korrespondentin Christine Adelhardt. Mitarbeiter hätten "Drohanrufe" bekommen. Dubiose Typen lungern vor der Bürotür herum.

Telefonische Warnungen oder Besuche bekamen auch internationale Medien wie der Nachrichtensender CNN, Bloomberg News oder die "New York Times", die das Vorgehen so beschreibt: "Plötzlich werden ausländische Reporter auf die gleiche Weise verfolgt und festgenommen wie politische Dissidenten - wenngleich nicht so rabiat." Dutzende wurden vergangene Woche zur Polizei einbestellt. Unter Androhung von Haft und Ausweisung wurden sie angewiesen, künftig für ihre Berichterstattung eine Genehmigung einzuholen.

"Es gibt Probleme mit einigen ausländischen Medien", erläuterte ein Offizier der ARD-Journalistin Ariane Reimers. Berichte seien "nicht objektiv". Die Polizei könne entscheiden, wessen Arbeitserlaubnis aufgehoben werde - oder auch strafrechtlich vorgehen, drohte er.

Am Freitag mussten Dutzende Vertreter ausländischer Medien, darunter die Nachrichtenagentur dpa, zur Belehrung ins Außenministerium. Am Ende blieb unklar, was noch erlaubt ist. Offensichtlich war aber, dass nicht mehr das Außenministerium, sondern die Staatssicherheit "jetzt das Sagen hat", wie Polizeioffiziere vorher schon betont hatten.

Mehr als ein Dutzend deutsche und andere Journalisten wurden auch am Wochenende wieder in Peking und Shanghai festgesetzt. Dürften sie frei arbeiten, könnten sie vielleicht feststellen, dass wirklich nur "eine Handvoll" Menschen dem Ruf nach "Jasmin-Protesten" folgen, wie die Propaganda versichert. Doch so dominieren Einschüchterung und Polizeigewalt. "Chinas harte öffentliche Diplomatie hat in den vergangenen Wochen eindeutig versagt", sagte David Bandurski vom China Media Project der Universität in Hongkong.

Während Pekings Stadtregierung am Sonntag noch erklärt hatte, die Ermittlungen zur brutalen Attacke auf den Bloomberg-Mann Engle liefen noch, wusste Außenminister Yang Jiechi schon längst das Ergebnis: "Es hat keinen Fall gegeben, wo chinesische Polizeibeamte ausländische Journalisten geschlagen haben."

ler/dpa/AFP

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insgesamt 25 Beiträge
hai_shang 07.03.2011
Warum eigentlich habe ich noch niemals in 22 Jahren einen Artikel über eine Verbesserung der Situation bei der Berichterstattung ausländischer Medienvertreter gelesen? Sollte es immer schlechter geworden sein oder gleichbleibend [...]
Zitat von sysopÜberwachung, Festnahmen, heimliche Besuche in der Privatwohnung. China erschwert die Arbeit von Journalisten massiv.*Die Nervosität*angesichts der Internetaufrufe zu Protesten wächst.*Die Regierung will diese Darstellung allerdings nicht gelten lassen:*Es gebe keine Anzeichen für Spannungen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,749464,00.html
Warum eigentlich habe ich noch niemals in 22 Jahren einen Artikel über eine Verbesserung der Situation bei der Berichterstattung ausländischer Medienvertreter gelesen? Sollte es immer schlechter geworden sein oder gleichbleibend schlecht - also ohne Ups & Downs - gewesen sein? Kaum glaublich, daß nach Tiananmen nicht nach spätestens eingen Jahre hier und da eine entspanntere Situation bis hin zur Tibet-Berichterstattung im Olympiajahr möglich gewesen sein soll, daß es keine Unterschiede im Umgang unterschiedlicher Ämter oder Kader (in verschiedenen Städten oder Regionen gar) gegeben haben soll. Interessanter Link zur Medienberichterstattung in Deutschland: http://www.boell.de/weltweit/asien/asien-zusammenfassung-publikation-china-berichterstattung-deutsche-medien-11262.html Es kann auch kaum schlechter geworden sein, wenn man bedenkt, wie die Welt ind 60'ern, 70'ern, 80'ern ausgesehen hat (Stichwort "Kalter Krieg"). Zur Berichterstattung der letzten 2 Wochen ist auch anzumerken, daß wir - die Leser - nicht darüber informiert wurden, ob Drehgenehmigungen eingeholt worden waren, die - wie ich vermute - normalerweise eingeholt werden. Hier ist jetzt nur noch von "Recherchen" die Rede, für die Genehmigungen eingeholt werden müssen - vielleicht aufgrund schlechter Erfahrungen?. Informative UND objektive Berichterstattung geht wohl eher so: http://www.zeit.de/online/2008/13/china-tibet-blume-ausweisung Damit meine ich, daß man es hier nicht nötig hatte, die negativen Seiten hervorzuheben, sonder weiterhin seinem Job - unter Hindernissen - nachging und versuchte beiden Seiten gerecht zu werden - oder drfei, vier Seiten, jedenfalls kein Schwarz-Weiß-Muster zu betreiben!
TheNameless 07.03.2011
Es wurde doch ganz offen gesagt das die erforderlichen Genehmigungen einzuholen versucht wurden, diese jeder bisher keinem Medienvertreter erteilt wurde. Darüber hinaus kann es doch wohl nicht ihr Ernst sein das darüber [...]
Zitat von hai_shangWarum eigentlich habe ich noch niemals in 22 Jahren einen Artikel über eine Verbesserung der Situation bei der Berichterstattung ausländischer Medienvertreter gelesen? ... Damit meine ich, daß man es hier nicht nötig hatte, die negativen Seiten hervorzuheben, sonder weiterhin seinem Job - unter Hindernissen - nachging und versuchte beiden Seiten gerecht zu werden - oder drfei, vier Seiten, jedenfalls kein Schwarz-Weiß-Muster zu betreiben!
Es wurde doch ganz offen gesagt das die erforderlichen Genehmigungen einzuholen versucht wurden, diese jeder bisher keinem Medienvertreter erteilt wurde. Darüber hinaus kann es doch wohl nicht ihr Ernst sein das darüber berichtet werden soll wenn mal eine Woche KEIN Reporter von der Geheimpolizei dort verprügelt oder sonstwie zur Sau im Jahr des Schweins gemacht wird. Das man bei so offensichtlichen Situationsverschlechterungen nicht darum herumkommt eher die negativen Seiten hervorhebt, als auf Biegen und Brechen der Situation noch den letzte Tropfen Positivität abzutrotzen ist jawohl mehr als verständlich. Wir sind hier schliesslich nicht in China wo Gesichtswahrung mehr zählt als Ehrlichkeit. Soviel zum Thema Gerechtigkeit. Ganz offensichtlich haben sie jedoch ebensowenig Interesse an einer freien Meinungsäußerung der chinesischen Bevölkerung wie diverse einschlägige Parteiorgane. Organisiationen mit denen wir hier in Deutschland übrigens schon genug eigene Erfahrung in unserer nicht all-zu fernen Vergangenheit sammeln "durften".
hai_shang 07.03.2011
Entschuldigung, aber darf ich fragen, ob Sie die Links gelesen haben? Ich versuche - im Gegeteil zu Ihnen - meine Behauptungen zu belegen und mit Material zu untermauern. Sollten Sie diese Vorgehensweise negieren und weitere [...]
Zitat von TheNamelessEs wurde doch ganz offen gesagt das die erforderlichen Genehmigungen einzuholen versucht wurden, diese jeder bisher keinem Medienvertreter erteilt wurde. Darüber ......
Entschuldigung, aber darf ich fragen, ob Sie die Links gelesen haben? Ich versuche - im Gegeteil zu Ihnen - meine Behauptungen zu belegen und mit Material zu untermauern. Sollten Sie diese Vorgehensweise negieren und weitere Unterstellungen verbreiten, so ist eine weitere Diskussion überflüssig. Und Sie tun genau das, was Sie kritisieren, nämlich feie Meinungsäußerung unterdrücken. Feie Meinungsäußerung wird von mir nicht negiert, aber sie ist an bestimmte Vorgaben gebunden - von allen Seiten her. Und der Journalist Georg Blume, dessen Vorgehen ich als beispielhaft nenne, ist NICHT verprügelt worden, NICHT bedroht worden und auch NICHT ausgewiesen worden, wie man an einem spätern Artikel, einem Interview, sehen kann. Das Interview ist hier zu lesen: http://www.zeit.de/2010/43/China-Xi-Jinping Von Genehmigungen in dem obigen SPON-Artikel ist nur zu Recherchen die Rede, nicht zu Drehgenehmigungen, die im Vorfeld dieser spezifischen Erschwernisse, erteilt oder nicht erteilt, oder beantragt wurden. Deshlab wiederhole ich die rhetorische Frage: Ist die Erschwernis in Bezug auf Recherchen in diesem speziellen Fall auf schlechte Erfashrfungen mit der Berichterstattung zurückzuführen? Kleiner Lesetipp zum Schluß (ohne Quellenangabe): Gucken Sie mal, ob Sie etwas zum Time Magazine Begründer Henry Luce finden können und wie er die Medienbberichteratattung zu China seiner Zeit beeinflußt hat, um nicht zu sagen manipuliert.
intensifly 07.03.2011
Meine Frau ist Chinesin und ich war in den letzten Jahren ueber 20 mal in China fuer jeweils 1 - 3 Wochen. Sie hat eine grosse Familie und wir eine Menge Freunde und Bekannte, ich wuerde mal das soziale Umfeld von Menschen in [...]
Meine Frau ist Chinesin und ich war in den letzten Jahren ueber 20 mal in China fuer jeweils 1 - 3 Wochen. Sie hat eine grosse Familie und wir eine Menge Freunde und Bekannte, ich wuerde mal das soziale Umfeld von Menschen in China, die ich persoenlich kenne auf ca. 150 bis 200 Personen schaetzen; die stammen aus unterschiedlichen Schichten, aus sehr laendlichen Gegenden bis hin zum Mittelstand. _Alle_ finden ihre Regierung super, verehren Hu Jintao und lassen auf China nichts kommen. (Nebenbei, das gilt fuer Deutschland nicht annaehernd, egal ob wir schwarz-gelb, rot-gruen oder schwarz-rot regiert wurden). Dass es in einem Volk mit 1.3 Milliarden Menschen auch ein paar Menschen gibt, die mit der Regierung oder Regierungsform nicht einverstanden sind, die schlechte (auch himmelschreiende) Erfahrungen mit einzelnen Vertretern der Partei oder Verwaltung gemacht haben usw. ist doch klar. Dass die Chinesische Regierung in der aktuellen weltweiten Jasmin Revolutions Welle (und warten wir doch erst mal ab, ob es in den Laendern wo Autokraten zurueck gedraengt wurden, auch gut aus geht) versucht, hier nicht eine echte Minderheit im Land mit Hilfe internationaler Medien zu einer groesseren Sache werden zu lassen, als sie es ist, kann ich zumindest gut nachvollziehen.
hai_shang 07.03.2011
Jou, dem kann ich nur zustimmen. Der Großteil der Menschen, die sich negativ äußern, kennt die Situation nicht annähernd, hat keine chinesischen Bekannten und ist kaum in den letzten 15 Jahren vor Ort gewesen außer vielleicht [...]
Zitat von intensiflyMeine Frau ist Chinesin und ich war in den letzten Jahren ueber 20 mal in China fuer jeweils 1 - 3 Wochen. Sie hat eine grosse Familie und wir eine Menge Freunde und Bekannte, ich wuerde mal das soziale Umfeld von Menschen in China, die ich persoenlich kenne auf ca. 150 bis 200 Personen schaetzen; die stammen aus unterschiedlichen Schichten, aus sehr laendlichen Gegenden bis hin zum Mittelstand. _Alle_ finden ihre Regierung super, verehren Hu Jintao und lassen auf China nichts kommen. (Nebenbei, das gilt fuer Deutschland nicht annaehernd, egal ob wir schwarz-gelb, rot-gruen oder schwarz-rot regiert wurden). Dass es in einem Volk mit 1.3 Milliarden Menschen auch ein paar Menschen gibt, die mit der Regierung oder Regierungsform nicht einverstanden sind, die schlechte (auch himmelschreiende) Erfahrungen mit einzelnen Vertretern der Partei oder Verwaltung gemacht haben usw. ist doch klar. Dass die Chinesische Regierung in der aktuellen weltweiten Jasmin Revolutions Welle (und warten wir doch erst mal ab, ob es in den Laendern wo Autokraten zurueck gedraengt wurden, auch gut aus geht) versucht, hier nicht eine echte Minderheit im Land mit Hilfe internationaler Medien zu einer groesseren Sache werden zu lassen, als sie es ist, kann ich zumindest gut nachvollziehen.
Jou, dem kann ich nur zustimmen. Der Großteil der Menschen, die sich negativ äußern, kennt die Situation nicht annähernd, hat keine chinesischen Bekannten und ist kaum in den letzten 15 Jahren vor Ort gewesen außer vielleicht Langweiler-Abschreckungs-Nichtkennlern-YangtzeRiverusw-Pauschalreise, puh, das mußte mal sein). Hinzu kommt der Teil von Menschen hier, die es auch gar nicht anders hören oder sehen wollen. Das heißt nicht, daß es nicht auch ein ganzes Paket von Problemen gibt und auch berechtigte Kritik. Es wundert mich nicht, wenn ich auf meinen letzten Leserbrief unter diesen Umständen auch gar keine Antwort bekomme. Um an anderer Stelle Geschriebens zu wiederholen, man muß diese Land und seine Regierung als ein Fünftel der Meschheit betrachten. Macht man einen groben intuitiv geführten Überschlag, wo sich ein Fünftel der Menschheitsprobleme befinden, läßt sich sagen - nicht in China. Auf eine genauere Zahl würde ich mich nicht festlegen lassen. Tasache ist, daß die Probleme Chinas, sowohl sozial, als auch politish, ökonomisch und ökologisch im unteren Drittel aufzufinden wäre und darauf sind die Menschen chinesischer Abstammung zu Recht stolz.
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