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28. Oktober 2015, 17:33 Uhr

Chinesische Staatsmedien

"Keine Angst vor einem Krieg mit den USA"

Der US-Zerstörer USS "Lassen" ist durch Gewässer gefahren, die von China beansprucht werden. Die Staatsmedien in Peking kritisieren die amerikanische Regierung scharf und fordern eine entschlossene Reaktion.

China protestiert scharf gegen die Patrouillenfahrt eines US-Kriegsschiffes im Südchinesischen Meer. Das Außenministerium in Peking bestellte US-Botschafter Max Baucus ein. Vizeaußenminister Zhang Yesui bezeichnete das Vorgehen der US-Marine bei dem Treffen als "ernste Provokation". China werde seine Souveränität über die Spratly-Inseln und die angrenzenden Gewässer entschieden verteidigen, sagte der Vizeminister.

Auch die chinesischen Staatszeitungen verurteilten die Aktion der USA scharf. Die nationalistische "Global Times" nannte das US-Manöver "eine politische Show". China habe zwar kein Interesse an einem bewaffneten Konflikt, Washington müsse aber überzeugt werden, dass China "keine Angst hat, einen Krieg mit den USA in der Region zu führen". Peking müsse "auf das Schlimmste vorbereitet" sein, forderte die Zeitung in ihrem Leitartikel.

Die Militärzeitung "People's Liberation Army Daily" zog in einem Leitartikel Parallelen zu Einsätzen der US-Armee in Afghanistan und im Irak. Die Vereinigten Staaten würden überall dort "Chaos stiften", wo einst Stabilität herrschte.

Washington hatte den Zerstörer USS "Lassen" durch die von China als Hoheitsgebiet beanspruchte Zwölf-Meilen-Zone um das Subi-Riff fahren lassen. Die Operation stehe im Einklang mit internationalem Recht, sagte ein Pentagon-Sprecher. Ziel sei es, die Rechte und Freiheiten sowie die gesetzeskonforme Nutzung von Gewässern und Luftraum für alle Länder nach internationalem Recht zu gewährleisten.

Mit der Aktion haben sich die Spannungen im jahrelangen Streit um die Inselgruppe verschärft. Sowohl Peking als auch Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen erheben Anspruch auf das Gebiet. Die Spratly-Inseln liegen an einer der wichtigsten Schiffshandelsrouten. Zudem werden dort große Vorkommen von Erdgas und Öl vermutet.

syd/dpa

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