Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Territorialstreit im Südchinesischen Meer: China stationiert Raketen auf umstrittener Insel

Chinas Baumaßnahmen auf den Spratly Inseln: Der Streit ums Land geht weiter Zur Großansicht
DPA/ARMED FORCES OF THE PHILIPPINES

Chinas Baumaßnahmen auf den Spratly Inseln: Der Streit ums Land geht weiter

Die chinesische Regierung hat ein Luftabwehrsystem auf Woody Island verlegt - das sollen Satellitenaufnahmen belegen. Die Insel im Südchinesischen Meer wird auch von Vietnam und Taiwan beansprucht.

China hat ein modernes Raketensystem und eine Radaranlage auf der Insel Woody Island im Südchinesischen Meer stationiert. Das bestätigte ein Sprecher des taiwanesischen Verteidigungsministeriums. Man werde "die Entwicklungen genauestens beobachten", sagte David Lo.

Zuerst hatte Fox News darüber berichtet und sich dabei auf Satellitenaufnahmen der zivilen Firma ImageSat International berufen. Die Bilder liegen dem US-Sender eigenen Angaben zufolge exklusiv vor.

Die Raketen sind dem Bericht zufolge in den vergangenen Tagen auf der Insel eingetroffen. Ein US-Regierungsvertreter habe die Exaktheit der Aufnahmen bestätigt. Demnach zeigten die Bilder offenbar das HQ-9-Luftabwehrsystem. Dieses habe eine Reichweite von 200 Kilometern und könne eine Bedrohung für zivile wie militärische Flugzeuge darstellen.

Chinas Außenminister bezeichnete die Berichte als erfunden: Westliche Medien hätten sie sich ausgedacht, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Wang Yi.

Der Fall dürfte den Territorialstreit im Südchinesischen Meer verschärfen. Woody Island gehört zur Paracel-Inselgruppe, die seit über 40 Jahren unter Kontrolle Chinas steht, aber auch von Taiwan und Vietnam beansprucht wird.

Im Südchinesischen Meer werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. China beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes für sich. Darunter sind auch Inseln und Riffe, die mehr als tausend Kilometer von der chinesischen Küste entfernt liegen. An den Spratly-Inseln schüttet China Korallenriffe zu künstlichen Inseln auf. Washington glaubt, dass Peking damit große Teile des Meeres unter seine militärische Kontrolle bringen will.

Südchinesisches Meer: Umstrittene Landgewinnung Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Südchinesisches Meer: Umstrittene Landgewinnung

Die Gebietsstreitigkeiten waren auch einer der Schwerpunkte eines Gipfeltreffens in den USA, an dem neben Präsident Barack Obama die Staats- und Regierungschefs der sogenannten Asean-Gruppe teilnahmen. Sie plädierten zum Abschluss des Treffens im kalifornischen Rancho Mirage für eine friedliche Lösung der Konflikte.

"Wir werden weiterhin unseren Verbündeten und Partnern dabei helfen, ihre Marine-Fähigkeiten zu verstärken", sagte Obama. "Die USA und Asean unterstreichen ihr starkes Bekenntnis zu einer regionalen Ordnung, in der internationale Regeln und Normen sowie die Rechte aller Nationen, der kleinen wie der großen, gewahrt werden."

Die Staats- und Regierungschefs der Asean-Länder waren auf Einladung Obamas zum ersten Mal in den USA zusammengekommen. Die Staatengemeinschaft umfasst zehn Länder in Südostasien mit insgesamt 620 Millionen Einwohnern: Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.

aar/Reuters/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1367,820 Mio.

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia| China-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: