Protest gegen Politik Chinas Tibeter steckt sich selbst in Brand

Weil er ein Zeichen gegen religiöse Unterdrückung setzen wollte, hat sich ein Tibeter in China selbst angezündet. Der Dalai Lama fordert die "freie Welt" auf, sich mehr für demokratische Werte in der Volksrepublik einzusetzen.

Geistiges Oberhaupt Tibets (Archiv): Dalai Lama im indischen Exil
AFP

Geistiges Oberhaupt Tibets (Archiv): Dalai Lama im indischen Exil


Er ging zu einem Altar, um eine letzte Opfergabe für den Dalai Lama zu machen, dann setzte er sich in Brand: Ein Tibeter wollte mit der Selbstanzündung gegen die Politik Pekings protestieren, berichtet der US-Auslandssender "Radio Free Asia" (RFA). Der Fall ereignete sich im Südwesten Chinas.

Auch die Aktivistengruppe "International Campaign for Tibet" berichtet von dem Fall. Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über soziale Marginalisierung ihrer Heimat. Das geistige Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt seit einem gescheiterten Volksaufstand in Tibet 1959 im indischen Exil.

Die Leiche des tibetischen Protestlers sei von der Polizei weggeschafft worden. Der etwa 40-jährige Mann hinterlässt den Angaben zufolge sieben Kinder. Seine Frau war vergangenes Jahr gestorben.

In den vergangenen fünf Jahren gab es mehr als 130 Selbstverbrennungen von Tibetern in China. Die meisten von ihnen überlebten nicht. Der Dalai Lama hatte zuletzt die "freie Welt" aufgerufen, sich weiter für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit in China einzusetzen.

kry/AFP



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