Chinas Flugzeugträger Kampfjet-Verantwortlicher stirbt bei Manöver

Es sollte eine Feierstunde für Chinas Marine werden, aber bei den ersten Kampfjet-Landeübungen auf dem neuen Flugzeugträger kam es auch zu einem tragischen Zwischenfall: Der Produktionschef des Kampffliegerprogramms erlitt einen tödlichen Herzanfall - Peking trauert.

AP/ Xinhua

Peking - Zuerst gab es nur Jubel: "Das ist ein wichtiger Schritt für Chinas Flugzeugträger", hatten ranghohe Militärs am Sonntag erklärt, als sie die erfolgreiche Landung eines Kampfjets auf dem Flugzeugträger "Liaoning" feierten. Aber China ist jetzt nicht nur stolz, es ist zugleich auch traurig: Die ersten erfolgreichen Landeübungen auf Chinas neuem Flugzeugträger haben ein Opfer gefordert. Vor Aufregung erlitt der Produktionschef des Kampfjetprogramms einen tödlichen Herzanfall. Chinas Staatsmedien trauerten am Montag um den 51-jährigen Luo Yang. Der Spitzenmanager war verantwortlich für das moderne Jagdflugzeug J-15, das auf dem Flugzeugträger "Liaoning" gelandet war.

Mit den weltweit vielbeachteten Landemanövern demonstrierte Chinas Marine ihre neue Fähigkeit, Kampfjets auf ihrem ersten Flugzeugträger einzusetzen. Das Schiff dient allerdings vorerst Trainingszwecken, während mindestens ein weiterer Flugzeugträger im Bau sein soll.

"Luo Yang wird unsterblich sein", hieß es laut Nachrichtenagentur Xinhua auf einer Anzeige am Eingang der Shenyang Aircraft Corporation (SAC), das den Jagdflieger baute. Der SAC-Vorsitzende habe plötzlich den Herzanfall erlitten, während er am Sonntagmittag auf dem Flugzeugträger die Landübungen verfolgt habe.

"Ein Flugzeug auf einem sehr begrenzten Platz landen zu müssen, ist wie auf des Messers Schneide zu tanzen", sagte Vizeadmiral Zhang Yongyi, Vizekommandeur der Marine. Die Übungen hatten schon Anfang des Monats begonnen, doch wurde ihr Erfolg am Sonntag umfangreich mit Filmberichten von der Landung der J-15 auf dem Deck des 300 Meter langen Schiffes in den Staatsmedien verkündet.

Der Ausbau und die Modernisierung der chinesischen Marine werden von den USA und Chinas Nachbarn wegen der neu aufgeflammten Territorialstreitigkeiten um Inseln und Rohstoffvorkommen im Ost- und im Südchinesischen Meer mit zunehmender Sorge betrachtet.

Der Flugzeugträger "Liaoning" ist ein sowjetisches Schiff, das China als "Warjag" von der Ukraine gekauft und ausgebaut hatte. Das Pentagon rechnet damit, dass China aus eigenen Kräften weitere Flugzeugträger und die dafür notwendigen Begleitschiffe bauen wird.

hen/dpa

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derlabbecker 26.11.2012
1. China hat diesen Flugzeugträger...
Zitat von sysopREUTERS/ XinhuaEs sollte eine Feierstunde für Chinas Marine werden, aber bei den ersten Kampfjet-Landeübungen auf dem neuen Flugzeugträger kam es auch zu einem tragischen Zwischenfall: Der Produktionschef des Kampffliegerprogramms erlitt einen tödlichen Herzanfall - Peking trauert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-toedlicher-zwischenfall-bei-kampfjet-landung-auf-flugzeutraeger-a-869315.html
... von der Ukraine gekauft. Besser gesagt, über einen Mittelsmann gekauft, der den Ukrainern beim Kauf im Vertrag unterschreiben musste, dass das Ding nicht militärisch genutzt wird. Man sieht mal wieder wie sehr sich China an Verträge hält... nämlich garnicht. Es sollte mal wieder Warnung an all die Manager der deutschen Firmen sein, die mit China Geschäfte machen...
darthmax 26.11.2012
2. Nachholbedarf
Bei dem Umweltschutz und Abkommen zur Verringerung des CO2 Ausstosses beruft sich die chinesische Führung darauf, dass sie Nachholbedarf gegenüber de3n ´´alten´´ Industriestaaten habe. Ich hoffe, dass diese Argumente sich nicht auch auf Kriege beziehen.
pleuran 26.11.2012
3. now how !!
Ich frage mich wie die Chinesen das bauen konnten die Technologie kann doch nur geklaut sein !!wie alles was aus China Kommt wenn es auseinander fällt dann haben sie es richtig gemacht !!
bambus07 26.11.2012
4. China
hat sich m. W. noch nie als militärischer Agressor gezeigt. Da sind andere Staaten auf dieser Erde doch wirklich anders ausgerichtet, allen voran die USA. Z.Zt. hat dei gesamte US-Navy eine Kampkraft, welche jener aller anderen Kriegsmarinen zusammen entspricht. Dass China das als aufkommende wirtschaftliche Großmacht seine Interessen schützen will, dürfte klar sein.
buhli1961 26.11.2012
5. Vom Käufer nichtmilitärisch genutzt,
stimmt doch. Was der nächste Käufer damit macht ist doch dann egal. Kennen wir diese Praxis nicht schon länger? Macht mal die Chinesen nicht schlechter als die Amis. Es wird Zeit, daß die sich an so einem Ding ausprobieren. Somit lernen die wenigstens, wie effektiv sich all die Amikähne bekämpfen lassen. Die liegen ja nun überall in der Welt. Falschspieler müssen ja gewappnet sein, wenn die Betrogenen aufwachen.
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