Chinesische Unruheprovinz Tote bei Anschlag auf Polizeistation in Xinjiang

Die chinesische Provinz Xinjiang kommt nicht zur Ruhe. Bei einem Überfall auf eine Polizeistation wurden mindestens 13 Angreifer erschossen. Sie hatten versucht, das Gebäude mit einem Auto voller Sprengstoff zu rammen.

Paramilitärs in Ürümqi: Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen nach Anschlägen
REUTERS

Paramilitärs in Ürümqi: Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen nach Anschlägen


Peking - Bei einem Überfall auf eine Polizeistation in der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang sind 13 der Angreifer getötet worden. Drei Polizisten seien leicht verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Behörden, Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen.

Nach Darstellung der örtlichen Behörden hatten "Gangster" versucht, das Polizeigebäude des Bezirks Yecheng mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug zu rammen und Sprengsätze gezündet. Bei dem anschließenden Feuergefecht seien 13 Angreifer erschossen worden. Die Polizei machte keine weiteren Angaben zu den Angreifern.

Die Provinz wird seit einiger Zeit von Anschlägen uigurischer Extremisten erschüttert. Hintergrund sind Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit der Uiguren in Xinjiang und den herrschenden Han-Chinesen. Das muslimische Turkvolk fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik angeschlossen.

Nach einem Anschlag in der Regionalhauptstadt Ürümqi im vergangenen Monat, bei dem Dutzende Menschen getötet worden waren, hatten die chinesischen Behörden gedroht, hart gegen uigurische Terroristen vorzugehen. Die Regierung von Xinjiang kündigte eine einjährige Antiterror-Kampagne in der Unruheregion an. Gleichzeitig wurden die Polizeikontrollen in Peking verschärft. Seitdem gab es Hunderte Verhaftungen, einen Schauprozess, zahlreiche Todesurteile und mindestens 13 Hinrichtungen.

Die Uiguren werfen der Regierung in Peking vor, Anschläge zum Vorwand zu nehmen, um sie noch stärker zu unterdrücken. Nach Ausschreitungen im Jahr 2009 mit rund 200 Toten hatte die Regierung für rund ein Jahr den Zugang zum Internet in Xinjiang blockiert.

nck/dpa/AFP/Reuters

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KarlKäfer 21.06.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSDie chinesische Provinz Xinjiang kommt nicht zur Ruhe. Bei einem Überfall auf eine Polizeistation wurden mindestens 13 Angreifer erschossen. Sie hatten versucht, das Gebäude mit einem Auto voller Sprengstoff zu rammen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-tote-bei-anschlag-auf-polizeistation-in-unruheprovinz-xinjiang-a-976565.html
Chinese now it better. Jeder Wette die werden dieses "Problem" auch in den Griff bekommen. Beispielgebend ohne Frage!
keinuntertan 21.06.2014
2. Wer unterstützt die Separatisten?
Die Kommunisten hatten Ostturkestan und Tibet nicht der Volksrepublik "angeschlossen", sondern den Status der Vorkriegsgrenzen wieder hergestellt. Das hätte damals JEDER Staat getan. Nur weil es Kommunisten waren, wird das Bild negativ gezeichnet. Bitte zum Geschichtsverständnis die Karten Chinas gegen 1900, 1800 und 1700 anschauen, bevor falsche Vorwürfe erhoben werden. Interessant wäre es auch zu wissen, welche ausländischen Kräfte versuchen, die Provinz Xinjiang zu destabilisieren...
KarlKäfer 21.06.2014
3.
Zitat von keinuntertanDie Kommunisten hatten Ostturkestan und Tibet nicht der Volksrepublik "angeschlossen", sondern den Status der Vorkriegsgrenzen wieder hergestellt. Das hätte damals JEDER Staat getan. Nur weil es Kommunisten waren, wird das Bild negativ gezeichnet. Bitte zum Geschichtsverständnis die Karten Chinas gegen 1900, 1800 und 1700 anschauen, bevor falsche Vorwürfe erhoben werden. Interessant wäre es auch zu wissen, welche ausländischen Kräfte versuchen, die Provinz Xinjiang zu destabilisieren...
Danke für die historische Erhellung. Die ausländischen Kräfte die dies nicht nur in China versuchen sind islamistische Gruppen und Staaten und die gegen alles was nicht islamisch ist vorgehen. Unter anderem auch durch Unterwanderung und 10 Kinder pro Gebärmaschine, die zur Not auch dazu gezwungen wird. Am besten China schickt noch mal 10-20 Millionen Han Chinesen in diese Provinz und fährt weiterhin die gewohnt harte Linie.
ausserhalbinlaender 22.06.2014
4. optional
Es ist erstaunlich, was die Freunde Chinas da ueber die chinesische Gewaltpolitik zu lehren haben: China habe seine "Vorkriegsgrenzen" wieder hergestellt, und sei dazu berechtigt gewesen. China ist ein Imperialist, der sich andere Laender untertan gemacht hat, die natuerlicherweise aus dieser Zwangsjacke auszureissen wuenschen. Die "Vorkriegsgrenzen"? Welche "Vorkriegsgrenzen"? Osttuerkestan wurde durch China mehrere Male gewaltsam an China gezwungen. Genauso wie Tibet. Meine Abscheu gilt nicht den Kommunisten fuer diese kolonialistische Ausgreifung; sie gilt allen Chinesen, insbesondere den Nationalisten. Unter CHiang Kai-shek gab es genauso brutale schockierende Gewalttaten gegen die Einheimischen. Osttuerkistan ist ein Gebiet mit weit zurueckreichender Geschichte; erst in den vergangenen 2000 Jahren iust es wiederholt durch das expansionistische China bedroht worden.
ausserhalbinlaender 22.06.2014
5. Osttuerkestan seit 1864 "chinesisch"
Zitat von keinuntertanDie Kommunisten hatten Ostturkestan und Tibet nicht der Volksrepublik "angeschlossen", sondern den Status der Vorkriegsgrenzen wieder hergestellt. Das hätte damals JEDER Staat getan. Nur weil es Kommunisten waren, wird das Bild negativ gezeichnet. Bitte zum Geschichtsverständnis die Karten Chinas gegen 1900, 1800 und 1700 anschauen, bevor falsche Vorwürfe erhoben werden. Interessant wäre es auch zu wissen, welche ausländischen Kräfte versuchen, die Provinz Xinjiang zu destabilisieren...
In diesem Beitrag sind mindestens zwei erhebliche Ungenauigkeiten enthalten. War der Verfasser daran interessiert, die Wirklichkeit zu verfaelschen? Osttuerkestan war schon ein besiedeltes Gebiet tausende von Jahren bevor das chinesische Kaiserreich entstand (unter Qin Shi Huangdi) - davon zeugen die vielen Mummien indoeuropaeischer Koerper, die gefunden worden sind und zum Teil 4000 Jahre alt sind. China hat ein erstes Mal danach ausgegriffen, als es die Xiongnu entlang seiner Grenzen zu vertreiben suchte und sie dadurch nach Kumul, Turpan, Aksu und so weiter abtrieb. Danach besetzte Han-China jenes Gebiet militaerisch; es richtete aber keine chinesischen Staedte ein. Warum auch? Kein Chinese waere freiwillig in die Wueste gezogen. Nach und nach verliess die Kraft die chinesische Besatzung, bis sie sich zurueckzog. Unter den Tang gab es erneut Eroberungen, aber auch die waren nicht dauerhaft. Man erinnere an An Lushan und die Folgen: das Ende der Tang-Dynastie, und in Taras der Kampf der Araber gegen die Chinesen, der zum Ende chinesischer Kolonisierung Zentralasiens fuehrte. Erst die Manchus pluenderten das Gebiet wieder in der zwe3iten Haelfte des 19. Jahrhunderts. Seither heisst Osttuerkestan "Neue Grenze", auf Mandarin: Xinjiang. Der zweite Irrtum betrifft die Urherberschaft des Widerstands: wieso sollen da Auslaender beteiligt sein? Was hat der Widerstand der Uiguren, Kasachen, Kirgisen, Salarer und anderer mit Jihad zu tun? Das ist modischer Quatsch. Die Eingeborenen Osttuerkestans - wie auch Tibets, Hongkongs, Macaus, Taiwans - haben die Gewaltpolitik der Volksrepublik China satt. Niemand mag die gegenwaertige Clique, die in Peking regiert, auch die meisten Chinesen nicht. Das Unglueck der Osttuerkestanis ist, dass sie sich einer fremden Kultur einverleiben muessen, die dem geografischen Umfeld und der regionalen Kultur fremd ist. Chinesen kommen nach Osttuerkestan, weil es kolonialistisches Ziel der KP ist, Osttuerkestan ganz zu sinisieren. Wenn Chinesen in Deutschland Chinatowns einrichten, die oeretliche Sprache nicht lernen und trotzdem ein gehobenes Dasein fuehren wollen, wuerde das auch zu Reibereien fuehren. Kommt dazu, dass gebildete Chinesen kaum nach Zentralasien auswandern, sondern viel lieber in den Westen. Wer also kommt nach Osttuerkestan: das ist zum grossen Teil sozialer Abfall aus chinesischen Megastaedten, die zuviel Proleten haben. Die regierende Clique macht es ihnen auch leicht, sich in Osttuerkestan anzusiedeln: Geld ist da.
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