Nach Attentat in Peking China verhängt Todesstrafen für Anschlag auf Tiananmen-Platz

China geht hart gegen uigurische Terroristen vor. Ein halbes Jahr nach dem Selbstmordattentat auf den Tiananmen-Platz in Peking sind heute drei mutmaßliche Hintermänner zum Tode verurteilt worden.

Polizisten sperren nach Selbstmordattentat Tiananmen-Platz ab: Mittäter wurden zum Tode verurteilt
AFP

Polizisten sperren nach Selbstmordattentat Tiananmen-Platz ab: Mittäter wurden zum Tode verurteilt


Peking - Die Attentäter waren mit einem brennenden Geländewagen in die Menschenmenge auf dem Tiananmen-Platz in Peking gerast, hatten mehrere Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Sieben Monate nach dem Anschlag Ende Oktober hat ein Gericht im westchinesischen Ürümqi am Montag drei Personen zum Tode verurteilt. Gegen fünf weitere wurden Gefängnisstrafen zwischen fünf Jahren und lebenslänglicher Haft ausgesprochen. Die Verurteilten sollen an der Vorbereitung und Finanzierung des Selbstmordattentats beteiligt gewesen sein.

Bei dem Anschlag waren fünf Menschen getötet worden, darunter der Fahrer, seine Frau und seine Schwiegermutter, die mit im Wagen saßen. 38 Menschen wurden verletzt. Der Geländewagen hatte mehrere Barrikaden durchbrochen und war schließlich gegen einen Pfeiler unmittelbar vor dem Kaiserpalast geprallt und dort in Flammen aufgegangen. In dem ausgebrannten Auto hatten die Behörden Gasflaschen und Messer gefunden.

Die Verurteilten waren nur wenige Stunden nach dem Vorfall festgenommen worden. Sie stammen aus der Provinz Xinjiang in Westchina, in deren Hauptstadt Ürümqi der Prozess stattfand.

Immer wieder kommt es zu Spannungen zwischen der in Xinjiang lebenden Minderheit der Uiguren und Han-Chinesen, der größten chinesischen Bevölkerungsgruppe. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 waren in großer Zahl Han-Chinesen in Xinjiang angesiedelt worden, um die Kontrolle über die lokale Bevölkerung zu sichern. Heute sind die Uiguren eine Minderheit in der rohstoffreichen Region, deren Einnahmen zu großen Teilen nach Peking fließen. China geht hart gegen Widerstand aus Xinjiang vor. Erst kurz vor dem Anschlag waren 39 Uiguren wegen Terrorismus' zu Haftstrafen verurteilt worden.

Nach dem Anschlag auf dem Tiananmen-Platz hatte es mehrere ähnliche Attentate in Xinjiang gegeben.

mad/dpa/AP



insgesamt 3 Beiträge
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raber 16.06.2014
1. Doppelmoral, Politik und Politiker
Jetzt müssten starke Proteste von Frau Merkel und den Herren Gauck und Steinmeier kommen. Oder ist China zu wichtig um sich dadurch Ärger einzuholen? Die doppelmoralische Politik und Politiker beweist sich schon wieder.
xavier88 16.06.2014
2.
China sollte lieber mal mit den Uiguren reden und die Probleme lösen, die die Minderheit immer radikalisiert anstatt Einen nach dem anderen ins Gefängnis zu werfen. Aber für diesen Gedanken scheint ja die chinesische Führung zu doof zu sein.
gott777 17.06.2014
3. Warum wird nicht...
Warum wird nicht darauf hingewiesen, dass sich die Anschläge der Uiguren in letzter Zeit merklich häufen? Warum wird nicht darauf hingewiesen, dass es sich hierbei zumeist um radikal islamische Terroristen handelt? Weil China dann garnichtmehr so böse aussehen würde? Das würde wohl einigen nicht so ins Weltbild passen. Ich finde es gut, dass China diesen islamistischen Terroristen keinen Spielraum lässt sondern mit voller Härte gegen diesen Wahnsinn vorgeht.
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