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Marinemanöver: China und Russland demonstrieren Einigkeit im Pazifik

Es soll eine Machtdemonstration gegenüber Japan sein: Chinas Marine hat ihr bislang größtes gemeinsames Manöver mit einer ausländischen Armee gestartet. Die Militärübung mit Russland im Japanischen Meer fällt in eine Zeit wachsender Konflikte zwischen Peking und Tokio.

Chinesischer Zerstörer "Harbin": Sieben Kriegsschiffe nehmen an der Übung teil Zur Großansicht
AP/ Xinhua

Chinesischer Zerstörer "Harbin": Sieben Kriegsschiffe nehmen an der Übung teil

Peking/Hamburg - China und Russland haben an diesem Freitag ein mehrtägiges Marinemanöver begonnen. Für Pekings Seestreitkräfte ist es die bisher größte Militärübung mit einer ausländischen Marine - eine Flotte von sieben chinesischen und elf russischen Kriegsschiffen nimmt daran teil.

Für besondere Brisanz sorgen Ort und Zeitpunkt des Manövers, das im Japanischen Meer stattfindet. China streitet mit Japan und den Philippinen über maritime Besitzansprüche im Pazifik. Der Konflikt schwelt seit Jahren, war aber in den vergangenen Monaten wegen des Streits um die Senkaku-Inseln zwischen Peking und Tokio hochgekocht.

Der chinesische Generalstabschef Fang Fenghui sagte, die Übung solle die Beziehungen zu Russland vertiefen und richte sich nicht gegen eine dritte Partei. Die Tageszeitung der Kommunistischen Partei Chinas, "Renmin Ribao", schrieb in ihrer Freitagsausgabe: "Das Manöver hat eine hohe symbolische Bedeutung für die Sicherung der Souveränität der Inseln in dem Gebiet und ist eine Antwort auf die Allianz zwischen den USA und Japan."

Seit 2005 üben China und Russland gemeinsam

Im Juni hatten die Seestreitkräfte Tokios und Washingtons ein gemeinsames Manöver vor der kalifornischen Küste abgehalten. Peking hatte über diplomatische Kanäle gegen die Übung protestiert und beiden Staaten vorgeworfen, eine mögliche Invasion der Senkaku-Inseln vorzubereiten.

Roman Martow, Sprecher der russischen Pazifikflotte, betonte jedoch, dass bei dem russisch-chinesischen Manöver Rettungs- und Befreiungsübungen im Mittelpunkt stünden. Unter anderem sollen Anti-Piraten-Einsätze geprobt werden. Beide Staaten führen seit 2005 regelmäßig gemeinsame militärische Übungen durch.

Das Militär in Peking hält aber trotz der Unstimmigkeiten mit den USA und Japan weiterhin an seiner Teilnahme am Rimpac, dem weltgrößten Militärmanöver der Welt, im kommenden Jahr fest. Diese Übungen im Pazifik werden von der US-Marine organisiert.

syd

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