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China: Verwirrung um angebliche Ausweisung ausländischer Studenten

Die chinesischen Behörden dementieren Angaben, denen zufolge ausländische Studenten während der Olympischen Spiele das Land verlassen müssen. Auch die Bundesregierung und der Deutsche Akademische Austauschdienst haben keine Hinweise auf eine angebliche Ausreise-Anordnung.

Peking - Die Maßnahme klang ausgesprochen hart: Zehntausende ausländische Studenten müssten während der Olympischen Spiele China verlassen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag und berief sich dabei auf Angaben zweier Universitäten. Die Peking Universität und die Universität für Wirtschaft und Handel (UIBE) hätten dies mitgeteilt, hieß es in der Meldung, die auch SPIEGEL ONLINE aufgenommen hatte. Im Juli und August müssten alle ausreisen, sagte demnach eine Sprecherin der Peking Universität: "Selbst wer im nächsten Semester weiterstudiert, muss in den beiden Monaten ausreisen." Es sei bei allen Universitäten dasselbe. "Die Anweisung kam von höherer Stelle." Es gebe auch keine Sommerkurse.

Doch die Meldung wurde rasch nach der Veröffentlichung dementiert: Das chinesische Außenministerium konnte entsprechende Regeln für den Verbleib ausländischer Studenten während der Olympischen Spiele nicht bestätigen. "Ich habe nichts in dieser Hinsicht gehört", sagte ein Sprecher des Ministeriums der dpa. Es stehe fest, dass "die Ausbildung der ausländischen Studenten in China gesichert" sei.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin hatte mit Zurückhaltung auf den Bericht reagiert, dem zufolge ausländische Studenten China während der Olympischen Spiele verlassen müssen. Es seien "keine entsprechenden Hinweise bekannt", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Ähnlich äußerte sich der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Von einer solchen Regelung sei nichts bekannt, sagte eine DAAD-Sprecherin SPIEGEL ONLINE. Der Dienst war zuvor mit der Angabe zitiert worden, dass im Sommer mehrere zehntausend ausländische Hochschüler China verlassen müssten.

DAAD-Leiter Stefan Hase-Bergen sagte: "Wir sind nicht darüber informiert worden. Wir können das nicht bestätigen." Bei einem Gespräch in dieser Woche im Bildungsministerium über die verschärften neuen chinesischen Visaregelungen sei dieses Thema nicht angesprochen worden.

hen/dpa/ddp

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