Neue Briefmarke Was drei kleine Schweinchen über China verraten

Vermehrt euch! Das Milliardenland China feiert das Jahr des Schweins mit einer Briefmarke - die offenbar viel aussagt über die neue Familienpolitik der KP.

Präsentation des neuen Briefmarkenmotivs
REUTERS

Präsentation des neuen Briefmarkenmotivs


China hat 2015 offiziell die Ein-Kind-Politik beendet. Seither dürfen verheiratete Paare ein zweites Kind bekommen. Die staatliche Postagentur hatte dies Anfang 2016 - gemäß des chinesischen Horoskops das Jahr des Affen - zum Anlass genommen, um eine neue Briefmarke herauszubringen. Darauf zu sehen: Ein Affe und zwei kleine Äffchen.

2019 steht nun das Jahr des Schweins an. Und die Postbeamten sind wieder kreativ geworden. Auf einer neuen Briefmarke, die am Dienstag offiziell vorgestellt wurde, ist nun eine glückliche Schweinefamilie zu sehen: Vater, Mutter - und drei kleine Schweinchen.

Yi Fuxian, Wissenschaftler an der Universität Wisconsin-Madison, der als ein Kritiker der chinesischen Geburtenpolitik gilt, sagte der "Washington Post", die neue Briefmarke sei ein "klares Zeichen", dass die Regierung die Geburtenbeschränkungen vollständig aufheben werde.

Die Ein-Kind-Politik war Ende der Siebzigerjahre eingeführt worden, um das explosionsartige Bevölkerungswachstum zu bremsen und die Wirtschaft zu beleben. Die Bevölkerungsstatistik weist heute für die Volksrepublik rund 1,39 Milliarden Einwohner aus.

Im Video: Mein neues Leben in China

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
muellerthomas 08.08.2018
1.
Ich habe große Zweifel, ob die Ein-Kind-Politik wesentliche Ursache der niedrigen Geburtenziffer ist. In Taiwan liegt die Geburtenziffer mit 1,13 noch niedriger, in Hongkong (1,2) und Macao (1,3) ebenso. Auch andere Staaten in Ostasien wie Thailand (1,5), Vietnam (1,8), Korea (1,3) oder Japan (1,4) kommen auf ähnliche Werte und das ganz ohne restriktive Geburtenpoliitik.
herumnöler 08.08.2018
2. So wird es nichts
Statt die Ein-Kind-Familie rigoros beizubehalten und als Modell für die gesamte Welt zu "exportieren", fährt China bald wieder mit Volldampf in Versorungs- und Umweltprobleme und reißt den Rest der Menschheit noch mit. VIER Generationen lang Ein-Kind-Familie weltweit durchsetzen, und schon wären wir aller Probleme ledig, mit denen wir uns heute herumschlagen: Übervölkerung, Klimawandel, Energieverbrauch, Nahrungsmittelmangel ...
Freier.Buerger 08.08.2018
3. 80 Mio
80 Mio und wir werden aus eigener Kraft nicht mehr. 1,4 Kinder pro Frau in D ist ein hervorragender Beitrag zum Umweltschutz und zur CO2 Reduktion. Ich denke, das sollte viel mehr gewürdigt werden.
MarcusRoth 08.08.2018
4. 3 kleine Schweinchen
Es sieht fast so aus als ob uns das Bild noch weitere Informationen gibt. Wenn ich das recht sehe handelt es sich um 1 Mädchen und 2 Jungs.
spon_2999637 08.08.2018
5.
Zitat von Freier.Buerger80 Mio und wir werden aus eigener Kraft nicht mehr. 1,4 Kinder pro Frau in D ist ein hervorragender Beitrag zum Umweltschutz und zur CO2 Reduktion. Ich denke, das sollte viel mehr gewürdigt werden.
Dem stimme ich grundsätzlich zu, nur müsste man dafür den "Generationenvertrag" aufkündigen. Denn es ist nicht einzusehen, wie die folgenden 2-3 Generationen den immer größeren Anteil an Rentnern und Pflegebedürftigen wird versorgen können. Wenn man sagt - OK, lasst es uns mit sinkender Bevölkerung versuchen, wir fördern Familien nicht mehr und stellen diese auch nicht mehr unter gesonderten Schutz. - dann wird man sich für die Folgeeffekte auch Lösungen überlegen müssen.
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