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Chinas Militärreform: Xi Jinpings neue Abteilung für strategische Abschreckung

Chinas Präsident Xi Jinping baut die Volksbefreiungsarmee um. Eine neue Einheit für das Raketenarsenal soll der "strategischen Abschreckung" dienen, auch der Cyberkrieg bekommt seine eigenen Truppen.

Anti-Schiff-Raketen vom Typ "DF-21D" (bei Militärparade im September 2015): Neue Einheit für das Raketenarsenal Zur Großansicht
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Anti-Schiff-Raketen vom Typ "DF-21D" (bei Militärparade im September 2015): Neue Einheit für das Raketenarsenal

Chinas Präsident Xi Jinping nimmt strukturelle Veränderungen in der Armee vor, um die Schlagkraft der Truppe zu erhöhen. Dabei werden drei neue Einheiten gegründet.

  • Das Arsenal strategischer Raketen werde künftig einer neuen Armee-Einheit unterstellt, zitierten staatliche Medien am Samstag Xis Ankündigungen. Dies betreffe sowohl die konventionellen Geschosse als auch die Raketen mit Atomsprengköpfen - die Einheit sei die Streitkraft der strategischen Abschreckung, sagte der Staatschef laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua bei einer Zeremonie zur Gründung der neuen Armee-Einheit.
  • Laut Xinhua wurde dabei auch ein neues Generalkommando vorgestellt, das fortan alle Einsätze von Bodentruppen koordinieren soll.
  • Eine neue Einheit zur "strategischen Unterstützung der Kampftruppen" könnte sich laut Beobachtern auf den Bereich Cyberkrieg konzentrieren.

Bei den Neuerungen handele es sich um "eine größere politische Entscheidung, um Chinas Traum von einer starken Armee zu verwirklichen", wurde Xi zitiert. Die Umstrukturierung gilt auch als Versuch, die Kontrolle der KP über die Armee auszubauen. Xi ist Vorsitzender der Zentralen Militärkommission, die die Armeeführung überwacht.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die neue Einheit für das Raketenarsenal stelle keinen Kurswechsel in Chinas Atompolitik dar. "Chinas Atompolitik und Atomstrategie sind beständig, es gibt keine irgendwie geartete Veränderung", erklärte der Sprecher.

China rüstet seine Streitkräfte seit Jahren kräftig auf und baut insbesondere seine Marine aus - erst am Donnerstag gab Peking den Bau eines zweiten Flugzeugträgers bekannt.

Gegenüber Nachbarländern wie Japan, Taiwan und den Philippinen tritt China im Süd- und Ostchinesischen Meer zunehmend aggressiv auf. Um Ängste im Ausland zu mindern, kündigte der Staatschef im September an, die Zahl der Soldaten um 300.000 auf rund zwei Millionen zu verringern, zugleich soll die Ausbildung der Männer verbessert werden. Tatsächlich sind die meisten Einheiten schlechter ausgebildet als jene professioneller westlicher Armeen.

China hat das zahlenmäßig größte Militär der Welt. Die Volksrepublik erhöhte ihre Militärausgaben zuletzt deutlich - liegt aber immer noch weit hinter den USA.

fab/AFP/AP

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Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

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