Handelsstreit Peking bestellt US-Botschafter ein

Die USA haben erneut Sanktionen gegen China verhängt - angeblich hat die Regierung in Peking Kampfjets von Russland gekauft. Im Gegenzug wurde nun der US-Botschafter zum Gespräch zitiert.

Su-35-Kampfflugzeuge (Archivbild)
REUTERS

Su-35-Kampfflugzeuge (Archivbild)


Nach den jüngsten US-Sanktionen gegen China hat die chinesische Regierung den US-Botschafter in Peking Terry Branstad zum Gespräch ins Außenministerium zitiert. Das bestätigte ein Sprecher des US-Außenministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Details nannte er nicht.

Die USA hatten vor wenigen Tagen Sanktionen gegen eine chinesische Militärbehörde wegen des Kaufs russischer Kampfjets und Raketen verhängt. Das US-Außenministerium warf der sogenannten Abteilung für Geräteentwicklung (EDD) und ihrem Direktor Li Shangfu Transaktionen mit Russland in großem Umfang vor. Im Detail geht es demnach um den Kauf von Kampfflugzeugen des Typs Su-35 sowie von S-400-Flugabwehrraketensystemen.

Das S-400-Raketensystem ist ein hochmodernes Luftabwehrsystem, das die russischen Streitkräfte weltweit vermarkten.

Im Video: China-Korrespondent Bernhard Zand erklärt, wie sich der Handelsstreit so zuspitzen konnte

Die Sanktionen wurden zeitgleich mit neuen Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump setzte insgesamt 33 Einzelpersonen und Einrichtungen aus dem Bereich der russischen Streitkräfte und Geheimdienste auf eine schwarze Liste. Begründet wurden die neuen Sanktionen mit "bösartigen Aktivitäten" Russlands, womit unter anderem die mutmaßlichen Einmischungen in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und Moskaus Rolle im Ukraine-Konflikt gemeint sind.

Die chinesische Regierung hatte höchst verärgert auf den Schritt der USA reagiert und mit Konsequenzen gedroht, falls die Amerikaner die Sanktionen nicht zurücknähmen.

Die Beziehungen zwischen den USA und China sind derzeit generell angespannt. Beide Länder stecken in einem erbitterten Handelskonflikt. Trump hatte den Handelsstreit vor wenigen Tagen auf eine neue Eskalationsstufe getrieben und entschieden, die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China mit Sonderzöllen zu belegen.

kry/dpa/AFP

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quark2@mailinator.com 22.09.2018
1.
Chaotischer Artikel, der irgendwie den US/China-Handelkrieg, den Ankauf russicher Wehrtechnik durch China und russische Einmischung in den US-Wahlkampf mit der Einbestellung des US-Botschafters und US-Sanktionen gegen russische Personen zusammenrührt. Ich frage mich auch, ob die S-400 wirklich von den russischen Streitkräften "weltweit vermarktet" wird. Normalerweise erfolgt sowas via Hersteller und Handelsvertreter. Auch frage ich mich, was es die USA angeht, wenn China sich in RU Flugzeuge und Abwehr kauft. Was sollen sie denn sonst machen ? In paar Jahren bauen sie die Dinger gleich komplett selbst.
laberbacke08/15 22.09.2018
2.
Gott sei Dank (und auch:leider) versteht DT die großen Zusammenhänge nicht. So hat Europa jetzt zwar mehr Sojabohnen aus den USA importiert, gleichzeitig kaufen die Chinesen jetzt in Südamerika. Auf dem Papier hat die EU also ihren Handelsüberschuss mit den USA abgebaut, in der Realität haben die amerikanischen Bauern aber nicht eine einzige Bohne mehr verkauft als früher, im Gegenteil: der Preis ist gesunken. Und glaubt er ernsthaft die Chinesen würden Rüstungsgüter in den USA kaufen?
axelmueller1976 22.09.2018
3. Den Botschafter einbestellen ?
Löst doch das Problen des 385 Milliarden Export-Überschusses von China zu den USA nicht.Dahelfen nur sachliche Gespräche und Lösungen
reever_de 22.09.2018
4. Das Zahlungsmittel ...
Wahrscheinlich stößt es den Amerikanern übel auf das die Chinesen die Russen die Rüstungsgütern ... in schönen amerikanischen Dollar bezahlen könnten! Anders als die Deutschen, die es z.B. verhindert haben, das die Iraner ihr eigenes Geld in Deutschland abheben konnten weil die Amerikaner interveniert haben („Terrorunterstützung“), ist es den Chinesen ziemlich egal, wo sie was kaufen - und mit was oder welcher Währung sie es bezahlen. ^^
adsoftware 22.09.2018
5. Sanktionen sind besser als Krieg
Die Amerikaner wissen sich nicht mehr zu helfen. Sie wissen, dass ihre Wirtschaft auf einem Schuldenturm beruht, der jederzeit einstürzen kann. Russen und Chinesen stoßen massenhaft Dollars ab. Leitwährung Dollar ade. Die Leute im Westen sollten sich auf explodierende Preise einstellen und anfangen wieder selbst zu arbeiten. Billige Ware aus China wird es bald nicht mehr geben. Die Chinesen haben einen Riesen-Binnenmarkt zu bedienen, das reicht. Und Bär und Drache halten zusammen.
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