Reformvorschlag: Chinas Führung erwägt Zwei-Kind-Politik

Chinesische Eltern mit Kind: Parteiführung erwägt Reform der Familienpolitik Zur Großansicht
DPA

Chinesische Eltern mit Kind: Parteiführung erwägt Reform der Familienpolitik

Es könnte das endgültige Ende der Ein-Kind-Politik in China sein: Die Kommunistische Partei erwägt weitere Reformschritte in der Familienpolitik. Bald könnte es allen Eltern erlaubt sein, ein zweites Kind zu kriegen. Der Schritt ist in der chinesischen Führung aber umstritten.

Peking - Nach der Lockerung der Ein-Kind-Politik hat China weitere Reformen bei der Familienplanung in Aussicht gestellt. "Die Richtung ist eindeutig", sagte der Sprecher der nationalen Gesundheits- und Familienplanungskommission, Mao Qunan.

Welche Strategie gewählt werde, hänge von der Einschätzung der Fachleute zum gegebenen Zeitpunkt ab. In der vergangenen Woche hatte die Regierung entschieden, Paaren, bei denen ein Elternteil Einzelkind ist, ein zweites Kind zu erlauben. Die Ein-Kind-Politik sorgt seit langem für Kritik im Volk und beschleunigt zudem rapide die Alterung der chinesischen Gesellschaft. Die nun angedachte Lockerung würde allen Paaren gestatten, zwei Kinder zu haben.

Das Verbot, mehr als ein Kind zu haben, reicht bis in die späten siebziger Jahre zurück. Sie sollte das Wachstum des größten Volkes der Erde bremsen. Inzwischen hat China jedoch eine der geringsten Geburtenraten der Welt. Im Durchschnitt kommen auf eine chinesische Frau nur noch 1,55 Kinder.

Die Lockerung der Ein-Kind-Politik ist Teil einer größeren Reform, durch die im Volk umstrittene repressive Maßnahmen abgebaut werden sollen: Die KP-Führung in Peking kündigte auch an, Umerziehungslager für Angeklagte abzuschaffen.

Unumstritten ist der Vorschlag in der Staatsführung jedoch nicht: Skeptische Töne kamen etwa aus dem Gesundheitsministerium. Grundsätzlich ändere sich nichts an der Tatsache, "dass wir ein dicht bevölkertes Land sind und dass der Druck auf Wirtschaft, Gesellschaft, Ressourcen und Umwelt noch lange Zeit bestehen wird", erklärte Vizedirektor Wang Peian.

ade/Reuters/AP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. keine guten nachrichten da aus china,
viceman 19.11.2013
Zitat von sysopEs könnte das endgültige Ende der Ein-Kind-Politik in China sein: Die Kommunistische Partei erwägt weitere Reformschritte in der Familienpolitik. Bald könnte es allen Eltern erlaubt sein, ein zweites Kind zu kriegen. Der Schritt ist in der chinesischen Führung aber umstritten. Chinas Führung erwägt Abschaffung von Ein-Kind-Politik - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/chinas-fuehrung-erwaegt-abschaffung-von-ein-kind-politik-a-934405.html)
welch ein irrsinn jetzt schon mit 1,3 milliarden menschen.unvorstellbar, wenn es jetzt noch mehr werden sollten. wenn die mal ins wandern kommen, hält keine "festung europa" die auf ....
2. Macht Sinn
TooSmart 19.11.2013
Da die Lebenserwartung der Chinesen dramatisch sinkt und weiter sinken wird, ist dies die einzig richtige Entscheidung. Das wird jedenfalls billiger als all dieser Umweltschutz-Unsinn. Auf diesen Zug sollten wir unbedingt aufspringen, allerdings müssten wir es etwas anders anfangen, da Frauen bei uns nicht so gerne Mutterpflichten übernehmen. Vielleicht sollten wir klonen und die neuen "Bürger" dann in "Lebensborn"-Heimen bis zur Einsetzbarkeit im Produktionsprozess aufziehen.
3. So lange es bei zwei Kindern bleibt...
Blaue Fee 19.11.2013
Dieser Schritt kann nach 2 Generationen für die Stadtbevölkerung gerechtfertigt sei, auch weil dann weniger Mädchen abgetrieben werden, wenn ein Sohn sich um die Gräber der Vorfahren kümmern kann. Sobald ein drittes Kind geboren wird, wächst die chinesische Bevölkerung wieder.
4. Anstieg
jochen1978 19.11.2013
Die Bevölkerung wächst jedes Jahr noch um mindestens 6 Millionen. Man hat aber wohl erkannt dass eine Überalterung droht und dass reihenweise (männliche) Einzelkinder die Gemeinschaft bedrohen können. Jetzt ist es spannend zu beobachten, ob dadurch die Geburtenrate automatisch wieder steigt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Volksrepublik China
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 4 Kommentare

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | China-Reiseseite