Chinas Staatschef Hu räumt Defizite bei Menschenrechten ein

Deutliche Worte des chinesischen Staatschefs: In Washington erklärte Hu Jintao in seinem Land sei in Sachen Menschenrechte noch viel zu tun. Eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas dürfe es jedoch nicht geben.

Staatschef Hu (l.), US-Präsident Obama: Diskussion über Menschenrechte
DPA

Staatschef Hu (l.), US-Präsident Obama: Diskussion über Menschenrechte


Washington - Der chinesische Staatschef Hu Jintao hat nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama erklärt, dass in seinem Land bei den Menschenrechten noch viel Handlungsbedarf bestehe. China erkenne und respektiere, dass diese Rechte "universell seien", sagte Hu am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Obama in Washington.

China sei ein Entwicklungsland mit einer großen Bevölkerung und befinde sich in einem "entscheidenden Stadium der Reform", fügte der Staats- und Parteichef hinzu. "In diesem Zusammenhang ist China nach wie vor mit vielen Herausforderungen in Sachen Wirtschaft und sozialer Entwicklung konfrontiert, und eine Menge muss noch in China getan werden, was die Menschenrechte betrifft", so Hu.

Obama hatte zuvor erklärt, dass er "sehr offen" mit Hu über die Frage der Menschrechte gesprochen habe. Es gebe "bedeutende Differenzen" bei diesem Thema. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, für die USA sei die Förderung von Demokratie und Menschenrechten ein wichtiger Teil ihrer Außenpolitik. China betonte dagegen, "dass es keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen Land geben sollte".

Der US-Präsident hatte den Gast aus Peking am Morgen in einer Zeremonie mit militärischen Ehren empfangen. Die USA erhoffen sich von Hus Besuch einen Beitrag zur Vertrauensbildung. Das Verhältnis beider Länder war zuletzt immer mehr von wirtschaftlicher und politischer Rivalität geprägt.

Die USA gewährten Hu die höchsten protokollarischen Ehren: Am Dienstagabend empfing der US-Präsident den Gast aus China zu einem Abendessen in seinen Privaträumen, für Mittwochabend war ein Staatsbankett im Weißen Haus geplant.

jok/dpa

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Seite 1
JDR 20.01.2011
1. ...
Zitat von sysopDeutliche Worte*des chinesischen Staatschefs:*In Washington erklärte Hu Jintao in seinem Land sei in Sachen Menschenrechte noch viel zu tun. Eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten*Chinas dürfe es jedoch nicht geben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,740474,00.html
Wenn China die vorrangigen Probleme, angefangen bei den Rechten der Wanderarbeiter, über die Entrechtung von Bauern bis hin zu der alles verzehrenden Korruption tatsächlich angeht, dann ist es mehr als verständlich, wenn ein chinesischer Staaatsführer sich Einmischung verbittet. Es ist auch an Peking, zu begreifen, dass der Westen nicht daran intressiert ist, das Regime zu stürzen, sondern daran, Stabilität zu garantieren. China und der Westen haben hier bei unterschiedlichen Ansätzen das gleiche Ziel.
deb2006, 20.01.2011
2. .
Zitat von sysopDeutliche Worte*des chinesischen Staatschefs:*In Washington erklärte Hu Jintao in seinem Land sei in Sachen Menschenrechte noch viel zu tun. Eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten*Chinas dürfe es jedoch nicht geben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,740474,00.html
So lange es in China weder eine freie Presse noch eine freie Justiz gibt - sol lange muss sich der Westen immer wieder in die "inneren Angelegenheiten" Chinas einmischen. Und das ist auch gut so!
Sapientia 20.01.2011
3. Wenn ich das alles lese....
Zitat von sysopDeutliche Worte*des chinesischen Staatschefs:*In Washington erklärte Hu Jintao in seinem Land sei in Sachen Menschenrechte noch viel zu tun. Eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten*Chinas dürfe es jedoch nicht geben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,740474,00.html
Die Deutschen und die chinesischen Menschenrechte, mir kommen Assoziationen an eine Klippschule.
Youngle 20.01.2011
4. Warum hat der Westen kein Geduld mit China
Zitat von deb2006So lange es in China weder eine freie Presse noch eine freie Justiz gibt - sol lange muss sich der Westen immer wieder in die "inneren Angelegenheiten" Chinas einmischen. Und das ist auch gut so!
Warum hat der Westen mit China keine Geduld in Bezug auf Individuelle Bedürfnisse und Menschensfragen. Wie lange hat Europa und Amerikaner gebraucht bis sie die Demokratie und Freiheitsrecht gefunden die sie jetzt vor finden? 200-400 Jahren? Die Industrialisierung in China hat erst vor 30 Jahren angefangen. Jeder kennt doch die Maslowsche Bedürfnispyramide und weiß das erst die Physiologische, Soziale Bedürfnisse, Sicherheit erst gestillt werden müssen, um individuelle Bedürfnisse und Freiheitsrechts zu garantieren. Die Freiheitsrechte in Europa und Amerika waren auch nicht auf einmal da gewesen. Die Menschen in diesen Länder haben es sich hart erkämpft. Schon über 2000 Jahre lang wird das Kollektiv (Familie, Dorfgemeinschaft, Stadt und Staat) mehr Bedeutung geschenkt als das Individum. Das lässt sich doch nicht so übernacht oder gar einer Generation ändern.
unente, 20.01.2011
5. andere Frage
Hat Obama eigentlich auch "Defizite bei Menschenrechten eingeräumt"? Das wäre doch wohl mehr als gerechtfertigt und beide Staatenlenker hätten noch Zeit für Beratungen. Obama könnte Hu erklären, wie man schwerste Menschrechtsverletzungen besser vertuschen kann, schließlich stellen US-"Veteranen" (war das vielleicht ein US-Kriegsberichterstatterveteran?) dem Obama auch keine Fragen, die eigene Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Inhalt haben.
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