Chinas Kommunisten: Präsident Hu Jintao eröffnet Parteitag

Seine Tage an der Spitze der Volksrepublik sind gezählt. Der scheidende chinesische Staatschef Hu Jintao hat den 18. Parteikongress der Kommunisten eröffnet. Der 69-Jährige hinterlässt ein Land voller Widersprüche, Gegensätze und Ungerechtigkeiten.

Parteitag in Peking: Chinas KP zelebriert den Machtwechsel Fotos
DPA

Peking - Mit seinem Rechenschaftsbericht hat der scheidende chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao am Donnerstag unter großen Sicherheitsvorkehrungen den 18. Parteikongress der Kommunistischen Partei Chinas eröffnet. Die mehr als 2200 Delegierten werden auf ihrer einwöchigen Sitzung in Peking eine neue Führung wählen. Nachfolger des 69-jährigen Hu Jintao soll der zehn Jahre jüngere Xi Jinping werden, der heute Vizepräsident ist.

Der jahrelang vorbereitete, zweite friedliche Machtwechsel in der Geschichte der Volksrepublik war im Vorfeld von schweren Korruptionsskandalen überschattet. Auch gab es hinter den Kulissen ein heftiges Tauziehen um die neue Führungsmannschaft. Am Ende des Parteitages am 14. November bestimmen die Delegierten ein neues Zentralkomitee. Einen Tag später wird dieses 370 Mitglieder starke Parteigremium auf seiner ersten Sitzung das neue Politbüro und seinen mächtigen Ständigen Ausschuss billigen.

Rund zwei Drittel der alten Parteispitze werden nach Einschätzung von Experten ausscheiden, um der neuen, "fünften Führungsgeneration" um Xi Jinping Platz zu machen. Im Politbüro werden 14 der zuletzt 24 Mitglieder aus Altersgründen ihre Stühle räumen.

Hu und sein Premierminister Wen Jiabao, der ebenfalls das Amt abgibt, hinterlassen ein Land voller Gegensätze und Ungerechtigkeiten: Chinas Wirtschaft ist rasant gewachsen. Heute sollen in dem Land bis zu 600 Milliardäre leben - die Schere zwischen Arm und Reich klafft unterdessen immer weiter auseinander. Gegen vermeintliche Bürgerrechtler und Dissidenten ist das Duo unerbittlich vorgegangen. Oppositionelle und Querdenker landeten im Gefängnis oder Arbeitslager, jeder politische Protest wurde im Keim erstickt.

lei/dpa

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