Chirac-Nachfolge Sarkozys Vorsprung schmilzt

Drei Tage vor der ersten Runde bei der Präsidentenwahl in Frankreich liegen die Rivalen Segolene Royal und Nicolas Sarkozy in Umfragen nahezu gleichauf. Aber der dritte Kandidatenfavorit Francois Bayrou holt auf.


Paris - Bayrou von der Zentrumspartei UDF konnte bei der Umfrage des Institutes TNS-Sofres Royal seinen Rückstand auf die Sozialisten Royal um drei auf sechs Prozentpunkte verkürzen. Royal wiederum liegt nur zwei Punkte hinter dem rechtsbürgerlichen Kandidaten Sarkozy. Vor zwei Wochen hatte der Exinnenminister noch einen Vorsprung von acht Punkten.

Sarkozy: Die Rivalen holen auf
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Sarkozy: Die Rivalen holen auf

"Die Abstände schmelzen", titelte die Zeitung "Le Figaro", die die Umfrage veröffentlichte. Demnach könnte UMP-Chef Sarkozy am Sonntag mit 28,5 Prozent rechnen, 1,5 Punkte weniger als in der Vorwoche. Royal von der PS verlor einen Punkt auf 25 Prozent. In der Stichwahl käme Sarkozy auf 51 Prozent gegenüber 54 vor zwei Wochen.

Obwohl Bayrou, der als Kandidat der Mitte jenseits der traditionellen Lager von links und rechts ins Rennen geht, mit 19 Prozent noch deutlich zurückliegt, bleiben die Sozialisten beunruhigt. Der Sprung Royals in die zweite Runde sei "noch nicht erreicht", warnte PS-Parteichef François Hollande im Radio.

Jeder dritte Franzose ist noch nicht sicher, wem er seine Stimme geben wird. Insbesondere das Abschneiden des Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen ist unklar. Die TNS-Umfrage unter 1000 Wahlberechtigten sieht ihn bei 14 Prozent, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. 2002 erreichte er völlig überraschend 19,7 Prozent und zog damit am Sozialisten Lionel Jospin vorbei in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Jacques Chirac.

als/AP

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