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Chuck Norris gegen Obama: "Tausend Jahre Dunkelheit"

Erst Clint Eastwood, jetzt der Hollywood-Haudegen Chuck Norris: Mitt Romney bekommt Unterstützung von den härtesten Typen, die das Land aufbieten kann. In einem Video ruft Norris mit seiner Ehefrau Gena die US-Amerikaner dazu auf, "Sozialismus und noch Schlimmeres zu verhindern".

Norris in Actionfilm "The Expendables 2": "Sozialismus oder noch Schlimmeres verhindern" Zur Großansicht
dapd

Norris in Actionfilm "The Expendables 2": "Sozialismus oder noch Schlimmeres verhindern"

Washington - Hand in Hand mit seiner Frau Gena steht er da, im Hintergrund eine sorgsam drapierte US-Flagge: Amerikas beliebtester Action-Star, Chuck Norris. In einem Wahlkampfvideo für die erzkonservative Nachrichten-Website WND warnt der 72-Jährige nun vor einem erneuten Sieg von Barack Obama.

"Unser großartiges Land und unsere Freiheit sind bedroht und könnten für immer verloren sein, wenn wir den Kurs nicht ändern", spricht Norris in die Kamera. Seine Frau Gena sekundiert: "Chuck und ich haben uns gefragt, wie wir dafür sorgen können, dass die Stimmen unserer amerikanischen Brüder und Schwestern erhört werden". In den Wahlen von 2008, mahnt die 49-Jährige, hätten 30 Millionen evangelikale Christen nicht gewählt - und Obama habe mit einem Vorsprung von lediglich 10 Millionen Stimmen gewonnen.

Chuck Norris gilt als glühender Verfechter konservativer christlicher Ansichten und hat selbst mehrere Bücher zu dem Thema verfasst. Der Aufruf richtet sich auch an die Christen, die etwas tun sollen, damit ihr Land nicht "in den Sozialismus oder etwas noch viel Schlimmeres" abgleitet. Denn, der Action-Star zitiert "unseren großartigen Präsidenten" Ronald Reagan: "Freiheit ist immer nur eine Generation von der Auslöschung entfernt."

Mehr als zwei Minuten dauert die Ansprache, und in immer düstereren Farben werden die Folgen einer erneuten Präsidentschaft Obamas gezeichnet. Gattin Gena appelliert an ihre Landsleute, ihre Kinder - durch eine Wiederwahl des Präsidenten - nicht zu verurteilen "zu tausend Jahren Dunkelheit". Es sei an der Zeit, sagt ihr kampferprobter Ehemann, die Reihen zu schließen für Gott und "unser Land", und schließt mit den Worten: "Wir sehen uns an den Wahlurnen."

Chuck Norris bleibt mit dem Video seiner Verehrung der Republikaner treu - schon vor vier Jahren hatte er den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Mike Huckabee unterstützt, der allerdings dem späteren Konkurrenten von Obama, John McCain, unterlag.

Im laufenden Wahlkampf hatte sich auch Hollywood-Legende Clint Eastwood auf die Seite der Republikaner geschlagen. Er hatte auf dem Parteitag mit einem imaginären Obama auf einem leeren Stuhl gesprochen und dem Präsidenten Wortbruch vorgeworfen.

Trotz des Auftritts ist Obama nach eigenen Worten noch immer ein "großer Fan" des Oscar-Preisträgers. Eastwood sei ein "großartiger Schauspieler und ein noch besserer Regisseur", sagte Obama in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung "USA Today". Auf die Frage, ob er den Auftritt als beleidigend empfunden habe, sagte Obama: "Wenn du dich leicht angegriffen fühlst, solltest du dir vielleicht einen anderen Job suchen."

nck/dapd

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1.
Onkel_Karl 02.09.2012
Zitat von sysopdapdErst Clint Eastwood, jetzt der Hollywood-Haudegen Chuck Norris: Mitt Romney bekommt Unterstützung von den härtesten Typen, die das Land aufbieten kann. In einem Video ruft Norris mit seiner Ehefrau Gena die US-Amerikaner dazu auf, "Sozialismus und noch schlimmeres zu verhindern". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,853484,00.html
Anders als Zirkus kann man das nicht bezeichnen,Obama hat 1 MILLIARDE Dollar an Spenden Rommney genau so...ohne Mros nix los ist das Motto...
2. Klar...
BettyB. 02.09.2012
Wer am Regiem verdiente, meint, Arme bräuchten keine Kankenversicherung. Wozu auch. Diese Helden haben doch gezeigt, wie schön es ist, anere sterben zu lassen...
3.
Atheist_Crusader 02.09.2012
Zitat von sysopdapdErst Clint Eastwood, jetzt der Hollywood-Haudegen Chuck Norris: Mitt Romney bekommt Unterstützung von den härtesten Typen, die das Land aufbieten kann. In einem Video ruft Norris mit seiner Ehefrau Gena die US-Amerikaner dazu auf, "Sozialismus und noch schlimmeres zu verhindern". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,853484,00.html
Okay, Chuck Norris hat angefangen zu glauben, die ganzen Chuck Norris Facts entsprächen der Wirklichkeit. Traurig, aber mit 72 Jahren kann die Altersdemenz schonmla zuschlagen. Aber wie Charlton Heston und Clint Eastwood schon gezeigt haben, sollte man solche Leute dann nicht noch für politische Zwecke missbrauchen. Das ist für alle Beteiligten würdelos. Was mal wieder beweist, dass der durchschnittliche US-Amerikaner null Ahnung hat, was Sozialismus wirklich ist oder was es bezwecken soll. Ansonsten könnte man am Ende gar darauf kommen, dass manche sozialistischen Ideen verdammt gut mit dem Christentum vereinbar wären. Aber hey, solange sich mit Feindbildern, die schon vor 70 Jahren völlig kaputtsimplifiziert wurden, noch Stimmenfang betreiben lässt... Aha. Der Mann der sagte, wenn er Präsident wäre, würde er jedem Atheisten "In god we trust" auf die Stirn tätowieren lassen, will uns über den Verlust von Freiheit belehren. Wenn es nicht so ekelhafte Heuchelei wäre, könnte man das putzig finden. Abgesehen kann man Obama zwar vorwerfen, der Totengräber der Freiheit... ihr Mörder heißt allerdings Bush. Auch wenn das irgendwie kein Republikaner zugeben will. Generell scheint mir kein Republikaner daran erinnert werden zu wollen, dass es einen Präsidenten vor Obama gab und dass dieser auch vieles zur aktuellen Lage beigetragen hat.
4.
querulant1892 02.09.2012
Der beste Chuck Norris-Spruch der Welt: Chuck Norris kann außer Schauspielern und Kämpfen gar nichts! Aber was kann man von einem Kreationisten und Impfgegner schon erwarten...
5.
Yami 02.09.2012
Zitat von BettyB.Wer am Regiem verdiente, meint, Arme bräuchten keine Kankenversicherung. Wozu auch. Diese Helden haben doch gezeigt, wie schön es ist, anere sterben zu lassen...
sehe ich genau so, die etablierten wollen das es so bleibt oder noch besser für sie wird. mit medienmacht wird dann dem rest eingebläut, das es auch besser für sie sei.wie soll aber eine gesellschaft am ende funktionieren,wenn ein grossteil nicht mehr teilhaben darf.
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Fotostrecke
US-Wahlkampf: Romneys prominente Helfer

Fläche: 9.833.517 km²

Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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Republikaner-Parteitag: Die seltsame Rede des Clint Eastwood
Twitter zur Präsidentschaftswahl


US-Wahl
Wahl des Präsidenten
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
Parteien und Swing States
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet: Praktisch spielen nur die demokratische und die republikanische Partei eine Rolle. Da in vielen Bundesstaaten die Mehrzahl der Wähler traditionell einer der beiden Parteien zugetan sind, steht in diesen Staaten praktisch fest, für welchen Kandidaten die Wahlmänner dieses Staates stimmen werden.
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Wahlmänner
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt von Wahlmännern ("electors"). Ein Wahlmann ist ein Bürger, den die Einwohner eines US-Bundesstaates gewählt haben, damit er oder sie in einem landesweiten Gremium in ihrem Namen seine Stimme für den Präsidenten und den Vizepräsidenten abgibt. Die Wahlmänner werden von ihrer jeweiligen Partei in einem Auswahlprozess aufgestellt, der von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden ist. Normalerweise nominieren die Parteien sie auf einem Parteitag im jeweiligen Bundesstaat, oder der Zentralausschuss ("central committee") der Partei stellt sie auf.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Wahlmännergremium
Das Electoral College ist ein Kollegium von insgesamt 538 Vertretern der einzelnen US-Bundesstaaten, das den US-Präsidenten und seinen Vize wählt - denn Amerikas Bürger entscheiden nicht direkt darüber, wer sie regiert, sondern nur über die Zusammensetzung des Gremiums, das den Präsidenten wählt.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
"Winner takes all"
In 48 US-Bundesstaaten gilt bei den Präsidentschaftswahlen das Mehrheitswahlrecht: Alle Wahlmännerstimmen eines Staates werden komplett dem Präsidentschaftskandidaten zugeordnet, der in diesem Bundesstaat die meisten Wählerstimmen erhalten hat - "Der Sieger bekommt alles" ("The winner takes it all"). Der in diesem Staat unterlegene Präsidentschaftskandidat geht leer aus, ganz gleich wie viele Stimmen der Bürger er auf sich vereinigen konnte - diese Stimmen entfallen.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.

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