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Umfrage: Mehrheit der US-Bürger befürwortet CIA-Folter

Zelle in Guantanamo: US-Bürger unterstützen die CIA Zur Großansicht
REUTERS

Zelle in Guantanamo: US-Bürger unterstützen die CIA

Die weltweite Empörung über den US-Geheimdienstbericht lässt die Amerikaner kalt: Mehr als die Hälfte der US-Bürger befürwortet laut einer Umfrage die Foltermethoden der CIA. Vielen sind die Menschenrechtsverstöße völlig egal.

Washington - Die Foltermethoden des US-Geheimdienstes CIA, die der US-Senat in einem Untersuchungsbericht enthüllt hat, schockieren die Weltöffentlichkeit. Doch die meisten Amerikaner haben eine andere Sicht: In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew befürworteten 51 Prozent der Befragten die sogenannten verschärften Verhörmethoden. Nur 29 Prozent lehnten die Misshandlungen ab.

56 Prozent der Umfrageteilnehmer waren der Meinung, dass die Folterverhöre weitere Anschläge in den USA verhindert hätten - nur 28 Prozent glaubten das nicht. Diese Zahlen sind deshalb besonders bemerkenswert, weil in dem Senatsbericht selbst steht, dass die Verhörmethoden keine wichtigen Informationen über bevorstehende Anschläge geliefert hätten.

Viele US-Bürger wollen gar nicht so genau wissen, was die CIA mit Terrorverdächtigen anstellt: Nur 42 Prozent der Befragten hielten die Veröffentlichung des Berichts für richtig, 43 Prozent waren der Ansicht, diese Entscheidung sei falsch. Weniger als ein Viertel der Amerikaner gab an, die Berichterstattung über das Papier genau zu verfolgen. Jeder Zweite erklärte, er beschäftige sich "nicht sehr genau" oder "überhaupt nicht" mit dem Folterreport.

Die Geheimgefängnisse der CIA

Unter den US-Bürgern, die sich genauer mit der Untersuchung beschäftigt haben, ist die Zustimmung zu den Folterpraktiken mit 59 Prozent sogar besonders groß.

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats unter dem Vorsitz der Demokratin Dianne Feinstein hatte in der vergangenen Woche die Ergebnisse seiner mehrjährigen Untersuchung zur Misshandlung von Terrorverdächtigen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 vorgelegt. Der Bericht belegt, wie die CIA ein weltweites System von Geheimgefängnissen aufbaute, in denen mutmaßliche Qaida-Mitglieder ohne richterlichen Beschluss festgehalten und mit brutalen Methoden verhört wurden.

syd/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 76 Beiträge
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1. Erschreckend....
ManuelBerlin 16.12.2014
Selbst wenn das nur 0,1% mehr wäre welches die Folter gut findet.
2. Kein
ghdh 16.12.2014
Freihandelsabkommen mit Staaten, die Folterer nicht bestrafen. Nur mit wirtschaftlichem Druck kann diesen Gräueltaten entgegengewirkt und künftige Folter (vielleicht) verhindert werden.
3. im Westen nichts Neues
limubei 16.12.2014
ueber die Millionen Kriegstoten muss man sich auch nicht aufregen. Kollateralschaden. Uranmunition im Irak und ehem Jugoslawien. Schwamm drüber. Also im Westen nichts neuer. Wenn die Reps dran kommen, dann wird wieder richtig losgelegt. Die Welt weis ja nun Bescheid über die Methoden. Auch Frau Merkel und ihre CDU/CSU Bande wird sich nicht mehr rausreden können. Augen zu und durch. Ueber alles wird sich der Staub der Geschichte legen.
4. Vorbild
observer2014 16.12.2014
Ja so sind die Bürger der Weltmacht USA, die sich gerne als Weltpolizei sieht. In der Rolle der Weltpolizei nehmen es die USA ja mit unschuldigen Opfern ja genauso wenig genau wie die Polizei im eigenen Lande mit den Bürgern die nicht weiße Hautfarbe tragen. Wenn ich mir die Abhörmethoden der NSA und der anderen us-amerikanischen Geheimdienste vor Augen führe, fällt es mir immer schwerer in den USA einen demokratischen Rechtsstaat zu sehen. Nicht was drauf steht, sondern was drin ist, macht einen demokratischen Rechtsstaat aus. Insoweit sind die USA eine Mogelpackung die bei den deutschen Verbraucherschützern an den Pranger gestellt werden würde. Aber hier geht es nicht um heiße Luft in Verpackungen, hier geht es um die Missachtung von Menschenrechten und da soltlen wir uns ein Beispiel an der sprachlosen Bundesregierung nehmen und den Mund halten.
5.
dani7830 16.12.2014
die werte klingen wie in einem Land wo demokrati und Menschenrechte nichts wert sind. traurig.
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