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Folter in US-Lagern: Ex-CIA-Psychologe weist Verantwortung von sich

Zellenblock in Guantanamo: "Die Arbeit, die Amerika sicher gemacht hat" Zur Großansicht
REUTERS

Zellenblock in Guantanamo: "Die Arbeit, die Amerika sicher gemacht hat"

Der Psychologe James Mitchell war maßgeblich an den Folterungen von Terrorverdächtigen beteiligt. Eine Mitverantwortung für die CIA-Praktiken weist er im Gespräch mit dem SPIEGEL jedoch zurück: "Es ging nicht darum, was ich möchte."

Der ehemalige CIA-Psychologe James Mitchell, der an führender Stelle an den Folterungen von Qaida-Verdächtigen beteiligt war, wehrt sich gegen den Vorwurf, eine Verantwortung für die Exzesse der CIA zu tragen. "Es war eine politische Entscheidung, das zu tun, was geschehen ist", sagte Mitchell dem SPIEGEL. "Es ging nicht darum, was ich möchte." (Lesen Sie die ganze Geschichte hier im neuen SPIEGEL.)

Nach eigenen Angaben wurde er wiederholt bedroht, seit seine Rolle öffentlich bekannt ist. Die Drohungen umfassten "alles, was man sich vorstellen kann". Zugleich kritisierte er scharf einen umfassenden Bericht über die Folterpraktiken des Geheimdienstes, den ein Ausschuss des US-Senats vergangene Woche veröffentlicht hatte. "Die Art, wie er geschrieben ist, soll Wut bei den Leuten erzeugen. Wenn es so gewesen wäre, wie es dort steht, wäre ich auch wütend", so Mitchell.

"Das ist eine geschmacklose Art, die Männer und Frauen zu behandeln, die ihr Leben und ihre Sicherheit riskiert haben, um die Vereinigten Staaten zu schützen", so Mitchell. Die Demokraten hätten "eine Agenda, sie wollen die Arbeit verunglimpfen, die Amerika sicher gemacht hat".

Nach Mitchells Einschätzung liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen dem, was der Senat der CIA vorwirft und der Darstellung des Dienstes selbst. Er habe inzwischen die CIA um Genehmigung gebeten, seine Sicht der Dinge darstellen zu dürfen.

"Es geht hier auch um eine rechtliche und eine moralische Frage"

Der deutsche Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck, der das deutsche Folteropfer Khaled el-Masri vertreten hat, fordert unterdessen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. "Die Bundesanwaltschaft muss zumindest einen Beobachtungsvorgang für George Tenet als Gesamtverantwortlichen anlegen", so der Anwalt, "sodass es in diesem Fall zumindest eine Möglichkeit gibt, ihn zu den Vorwürfen rechenschaftspflichtig zu machen, beispielsweise wenn er deutschen Boden betritt." Tenet war bis 2004 Chef der CIA.

Kaleck kündigte an, im Fall des 2004 verschleppten el-Masri noch einmal tätig zu werden: Da der CIA-Report einräume, dass el-Masri seinerzeit "ungerechtfertigt" entführt worden sei, müsse sich die Bundesregierung in den USA für eine Entschädigung des Mannes einsetzen.

Bundesjustizminister Heiko Maas sei in der Pflicht, "die USA wenigstens zur Zahlung einer angemessenen Entschädigung für el-Masri aufzufordern", so Kaleck. "Es geht hier auch um eine rechtliche und eine moralische Frage."

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1. Geschmacklose Art????
paddyepaper 14.12.2014
Also ich habe niemanden dazu aufgefordert Menschen zu foltern .... Dieser Mensch hat völlig den Bezug zur Realität verloren und leidet sehr wahrscheinlich Verfolgungswahn. Dieser Krieg wahr sinnlos und Menschenverachtend hoffentlich verzeihen uns die Betroffenen irgendwann. Es gibt keine Rechtfertigung für Folter aber das scheint den Verantwortlichen entgangen zu sein.
2. So läufts
iloveputin 14.12.2014
Die Aussagen des Psychologen erinnern an das System im dritten Reich. Z.B. der Lokführer, der die Züge mit den Gefangenen nach Auschwitz gebracht hat, hat als "kleines Rädchen" ja auch nur seinen Job gemacht... "Es war eine politische Entscheidung, das zu tun, was geschehen ist", sagte Mitchell (oder der Lokführer??). "Es ging nicht darum, was ich möchte." Und auf diese Art werden sich noch viel mehr Beteiligte aus der Verantwortung ziehen. Alles im Namen einer sogenannten "Freiheit"! Pfui!
3. So läufts
iloveputin 14.12.2014
Die Aussagen des Psychologen erinnern an das System im dritten Reich. Z.B. der Lokführer, der die Züge mit den Gefangenen nach Auschwitz gebracht hat, hat als "kleines Rädchen" ja auch nur seinen Job gemacht... "Es war eine politische Entscheidung, das zu tun, was geschehen ist", sagte Mitchell (oder der Lokführer??). "Es ging nicht darum, was ich möchte." Und auf diese Art werden sich noch viel mehr Beteiligte aus der Verantwortung ziehen. Alles im Namen einer sogenannten "Freiheit"! Pfui!
4. herr mitchell will uns jetzt erzählen, dass er das
harry099 14.12.2014
willenlose ausführende organ (honorar für den folterknecht mit eigener firma: 81 mio us$) einer regierung und eines apparates war, die über jahre hin schwere verbrechen gegen die menschlichkeit begangen haben. es bieten sich vergleiche zum zynismus eines adolf eichmann an, der in seinen verteidigungsreden dieselbe argumenatation benutzte.
5. Aufarbeitung, wie sie sein muss
stefan taschkent 14.12.2014
Es spricht absolut für die USA, dass es diesen Bericht überhaupt gibt und dass dieser Konfilkt zwischen Senat und der Agency in dieser Offenheit ausgetragen wird. Die deutsche moralinsaure und alternativlose Unterstützung des Transatlantikbündnisses (einschl. der Rolle der Medien im Kontext Russland-Krise etc.) ist für mich westentlich kritischer zu betrachten und verweisst leider auch auf das Unangenehme des "Deutschen", das wir auch aus dem Dritten Reich und der DDR kennen. Amerika macht bei mir gerade wieder einige Punkte gut. Ich bezweifle, dass die Deutschen unter Merkel und mit diesen Medien zu einer solchen Aufarbeitung in der Lage wären.
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