Gegen Einwände des Pentagons CIA will eigenen Drohnenkrieg starten

"Wenn ich sie wäre, würde ich meine Tage zählen": CIA-Chef Mike Pompeo droht Terroristen in Afghanistan - und will sie offenbar erstmals mit eigenen Drohnen jagen. US-Präsident Trump soll dafür sein.

Eine Reaper-Drohne in Afghanistan (Archiv)
REUTERS

Eine Reaper-Drohne in Afghanistan (Archiv)


Sie bringen den Tod leise - und präzise: bewaffnete Drohnen. Die CIA fordert nun von Donald Trump erstmals eine Genehmigung, die unbemannten Fluggeräte für den verdeckten Kampf gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan und in anderen Kriegsgebieten einsetzen zu dürfen. Der US-Präsident unterstützt das Vorhaben offenbar, das Pentagon hat Bedenken, wie die "New York Times" berichtet.

Sollte Trump zustimmen, wäre das ein Novum im Krieg am Hindukusch. Bislang darf der US-Auslandsgeheimdienst nur verdeckte Luftschläge gegen al-Qaida und andere Terrororganisationen auf pakistanischem Gebiet durchführen.

Die Vorgängerregierung von Barack Obama hatte diese Einschränkung unter anderem angeordnet, um die Zahl der toten Zivilisten zu reduzieren. Kritiker befürchten nun, eine Änderung könnte dazu führen, dass die CIA künftig auch in Libyen, Somalia und im Jemen verdeckte Drohnenangriffe fliegt.

"Wenn ich sie wäre, würde ich meine Tage zählen"

Bislang führt vor allem das Pentagon Luftschläge mit Drohnen und Flugzeugen gegen Terrorgruppen aus. Das US-Verteidigungsministerium gibt diese auch öffentlich bekannt - im Gegensatz zur CIA.

Deren Chef, Mike Pompeo, will den Kampf gegen Terroristen in Afghanistan intensivieren: "Wenn ich sie wäre, würde ich meine Tage zählen", sagte er unlängst dem TV-Sender Fox.

Präsident Trump verfolgt seit seinem Amtsantritt ebenfalls eine harte Linie. Ende August verkündete er seine neue Afghanistanstrategie und erklärte, er wolle den Krieg dort verstärken. "Wir werden angreifen", sagte er.

Der US-Militäreinsatz in Afghanistan setzte unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington ein. Die Nato beendete ihren Kampfeinsatz im Dezember 2014 und setzte danach auf die Mission "Resolute Support".

dop

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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
mwroer 16.09.2017
1.
Ein Geheimdienst mit eigener Luftwaffe ... ja, klasse. Der Staat im Staat traut sich aus der Deckung und fordert seine eigene Armee. Unkontrolliert und quasi nach eigenem Ermessen. Mir wird schlecht.
stefan.martens.75 16.09.2017
2. Interessengleichheit
Öffentlichkeit stört bei solchen Aktionen auch nur. Wenn man illegal in fremden Ländern rumbombt um so mehr. Die ganzen nervigen Fragen zu Völkerrecht, Landesgrenzen, toten Frauen und Kindern, rechtlicher Begründung für Attentate und Todeslisten..... Warum das nicht schon längst die CIA macht und die nationale Sicherheit vor irgendwelche Informationen oder Erklärungen geschaltet wird, war sowieso sehr ungewöhnlich.
wizzbyte 16.09.2017
3. Ein Rückfall
das Muster ist als Luftkrieg aus der Vergangenheit bekannt.
lafari 16.09.2017
4.
Mit drohnen auf menschenjagd zu gehen ist genauso mutig, wie sich in einen lkw zu setzen und menschen platt zu fahren. Glückwunsch USA.
barzussek 16.09.2017
5. Man muss es beim Namen nennen
Es ist Staatsterror was hier betrieben wird Sage keiner mehr diese USA sind für Menschenrechte .Das die Politik des Regim change verwerflich ist und schon viel Unheil über Menschen gebracht hat abertausende Tote Millionen Flüchtlinge erfährt nun eine Steigerung indem man gezielt mordet
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