Mögliche Auslieferung Katalanische Ex-Regionalministerin stellt sich in Schottland

Nach Carles Puigdemont muss eine weitere entmachtete Regionalpolitikerin aus Katalonien um eine Auslieferung an spanische Behörden bangen. Clara Ponsatí meldete sich auf einer Polizeiwache in Edinburgh.

Clara Ponsatí
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Clara Ponsatí


Ihr wird im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitsreferendum Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen - deshalb war die abgesetzte katalanische Bildungsministerin Clara Ponsatí mit Europäischem Haftbefehl gesucht worden. Nun hat sich die 61-Jährige selbst den Behörden gestellt. Am Mittwoch suchte sie eine Polizeistation im schottischen Edinburgh auf.

Nach Angaben ihres Anwalts wird Ponsatí im Laufe des Tages zu einer Voranhörung über eine Auslieferung an Spanien vor Gericht erscheinen. Ziel der Verteidigung sei es, dass sie bis zur regulären Anhörung in Freiheit bleibe. Sie weise die Vorwürfe aber weiter zurück, berichtete die englische Nachrichtenagentur PA.

Ponsatí war zunächst mit dem von der spanischen Zentralregierung im vergangenen Oktober entmachteten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont ins Exil nach Brüssel gegangen. Von da aus reiste sie nach Schottland weiter. Puigdemont befindet sich inzwischen in Deutschland in Gewahrsam.

Im Video: Puigdemont-Festnahme - Entscheidung über Auslieferung nach Ostern

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Puigdemont war am Sonntag an der Autobahn 7 nahe der dänischen Grenze festgenommen worden und sitzt zurzeit in Neumünster in Haft. Gegen ihn liegt ebenfalls ein Europäischer Haftbefehl vor, den Spanien beantragt hatte.

Die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein prüft derzeit intensiv die Unterlagen in dem Fall. Detailliertere Angaben zum laufenden Verfahren machte sie nicht. Die Behörde entscheidet in der Prüfung, ob sie einen Antrag auf Auslieferungshaft am Oberlandesgericht stellt.

vks/dpa/AFP

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