Los Angeles - Im Wahlkampf unterstützte er noch den Republikaner-Kandidaten Mitt Romney, doch jetzt hilft er US-Präsident Barack Obama: Clint Eastwood hat sich einer Initiative Hunderter Mitglieder der Republikaner angeschlossen, die sich für die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partner starkmachen. Der Name des 82-jährigen Hollywood-Stars und -Regisseurs taucht in der Liste der Unterstützer des Dokuments auf, das die Initiative am Donnerstag beim Obersten Gerichtshof der USA einreichte. Die Unterzeichner sähen "keine legitime, auf Tatsachen beruhende Rechtfertigung für eine Andersbehandlung gleichgeschlechtlicher Paare", heißt es in der Eingabe an den Supreme Court.
Obama hatte in seiner Antrittsrede zur zweiten Amtszeit gefordert, allen Menschen in den USA die gleichen Chancen zu gewähren, und sprach sich dabei klar für die Homo-Ehe aus. Die Regierung macht sich dafür auch vor dem Obersten Gerichtshofs der USA stark und argumentiert mit der verfassungsrechtlich garantierten Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.
Die Richter des höchsten US-Gerichts müssen ab 26. März über ein kalifornisches Referendum von 2008 entscheiden. Darin hatte sich eine Mehrheit in dem Bundesstaat dafür ausgesprochen, dass die Ehe Mann und Frau vorbehalten sein soll. Ein Gericht hatte diese Regelung jedoch gekippt, wogegen wiederum Gegner der Homo-Ehe klagten.
In einem Brief an den Supreme Court hat Obama jetzt die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in Kalifornien gefordert. Der Grundsatz der Gleichbehandlung vor dem Gesetz könne nicht durch Wähler in einem Volksentscheid aufgehoben werden, heißt es laut CNN in dem Schreiben. "Vorurteile dürfen nicht die Basis für unterschiedliche Behandlung vor dem Gesetz sein", zitierte der US-Sender aus dem Schreiben.
Außerdem muss der Supreme Court über das gesetzliche Verbot der Ehe Homosexueller auf Bundesebene entscheiden. In Frage steht das Gesetz zur Verteidigung der Ehe (Defense of Marriage Act, DOMA) aus dem Jahr 1996. Es schreibt die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau fest und gewährt nur verheirateten heterosexuellen Paaren Vorteile in Bereichen wie Steuern, Erbschaft oder Krankenversicherung.
Die Rechte von Homosexuellen gehören zu den heikelsten gesellschaftlichen Themen in den USA. Die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare ist in neun US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington zulässig, in 31 Bundesstaaten ist sie verboten. In den übrigen Bundesstaaten gibt es keine ausdrückliche gesetzliche Festlegung.
als/AFP/dpa
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