Eastwood-Auftritt: Spontane Entscheidung für den Stuhl

Es war der wohl spektakulärste Auftritt beim Parteitag der US-Republikaner: Clint Eastwoods Abrechnung mit Barack Obama, auf der Bühne dargestellt durch einen Stuhl. Jetzt hat die Hollywood-Legende erklärt, wie das Gespräch mit dem Möbelstück zustande kam.

Foto: AFP

Hamburg/Los Angeles - Die Ideen schossen ihm in den Kopf, kurz bevor er auf die Bühne ging, kurz bevor er Obama-Herausforderer Mitt Romney im Wahlkampf unterstützte. Die Wortwahl war spontan. Auch der Einfall, einen leeren Stuhl zu nutzen, um mit einem imaginären Barack Obama zu sprechen. All das kam wie aus dem Nichts. So berichtet es nun Clint Eastwood in einem Interview der kalifornischen Zeitung "Carmel Pine Cone".

Am Freitag äußerte sich Eastwood dort erstmals zu der seltsamen Rede, die er auf dem Parteitag der US-Republikaner in Tampa gehalten hatte. Immer wieder hatte er dabei das Wort an einen leeren Stuhl gerichtet, der neben ihm auf der Bühne stand und auf dem ein imaginärer Barack Obama sitzen sollte. Eastwood warf dem Stuhl einiges vor, den Krieg in Afghanistan zum Beispiel oder dass er umweltschädigend mit dem Flugzeug durchs Land fliege. Und er wies den Stuhl an, still zu sein: "Ich werde nicht den Mund halten, jetzt bin ich dran."

Aber was hat ihn dazu bewogen, den Dialog mit dem Möbelstück zu beginnen? "Es war ein Stuhl da und jemand fragte mich, ob ich mich setzen wolle", sagte Eastwood. "Als ich den Stuhl sah, kam mir die Idee." Er wollte mit Obama reden und ihn fragen, warum er all seine Versprechen nicht gehalten hat, die er jedem gegeben hatte.

Ursprünglich sei ihm auch gesagt worden, dass er fünf Minuten Redezeit habe. Allerdings sei es kompliziert gewesen, die Zeit zu messen. Auch weil es keinerlei Signale gegeben habe. Eastwoods Auftritt, der nicht zuletzt online für viel Furore sorgte, dauerte am Ende zwölf Minuten.

Er sei sich bewusst gewesen, dass er einige Mal ins Stocken geraten sei. Aber so sei das eben, "wenn du keine ausgearbeitete Rede hast", sagte Eastwood. Anschließend hätten ihm der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan jedenfalls gedankt: "Sie waren sehr begeistert und wir haben alle gelacht."

kha/AP

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insgesamt 51 Beiträge
willydilly 08.09.2012
Die gebrochenen Versprechen sind größtenteils von den Republikaner selbst kreirrt - wie andere Märchen auch. Wenn man sich anschaut was Obama versprochen hat, als er seine Kandidatur in einer glänzenden Rede bekannt gab -> die [...]
Die gebrochenen Versprechen sind größtenteils von den Republikaner selbst kreirrt - wie andere Märchen auch. Wenn man sich anschaut was Obama versprochen hat, als er seine Kandidatur in einer glänzenden Rede bekannt gab -> die meisten Versprochen wurden gehalten. Obama hatte sogar verkündet, dass es für seine Ziele mehrere Prsädentschaften oder gar mehrere Präsidenten bräuchte. Nun wollte Eastwood dem Präsidenten schaden - dabei hat er vergessen, dass er mit diversen Argumenten auch seinem Romney schadete. Zum Bsp. sagte Eastwood, dass Harvard Anwälte nicht regieren sollten. Romney ist ein Hardvard Anwalt. Eastwood ist nicht anders als der oportunistische Chuck Norris. Norris erzählte in einem TV-Add, dass nach der Wiederwahl von Obama "1000 years of darkness" geben würde. Warum? Wieso? Welche Freiheiten sind beschnitten? Nichts - keinerlei Info. Letzten Endes schießen die Republikaner mit Platzpatronen und argumentieren nicht ander als die damaligen Busch-Anhänger oder die heutige Tea-Party. Hohle Argumente, viel Hass, viel Religion.
jadota 08.09.2012
Zitat: " Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan [hätten] jedenfalls gedankt: "Sie waren sehr begeistert und wir haben alle gelacht." Zitatende. Gelacht, ja, bloß über was, wen? Clint Eastwood oder sein Stuhlgag?
Zitat: " Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan [hätten] jedenfalls gedankt: "Sie waren sehr begeistert und wir haben alle gelacht." Zitatende. Gelacht, ja, bloß über was, wen? Clint Eastwood oder sein Stuhlgag?
Ganzgeber 08.09.2012
"wenn du keine ausgearbeitete Rede hast" Das "you" bitte mit "man" übersetzen, danke.
"wenn du keine ausgearbeitete Rede hast" Das "you" bitte mit "man" übersetzen, danke.
lab61 08.09.2012
Obama für einen Krieg verantwortlich zu machen, den dessen republikanischer Vorgänger Bush begonnen hat, zeigt in erschreckender Weise, wie sehr "Dirty Harry" mittlerweile der Realität entrückt ist. War das blanker, [...]
Obama für einen Krieg verantwortlich zu machen, den dessen republikanischer Vorgänger Bush begonnen hat, zeigt in erschreckender Weise, wie sehr "Dirty Harry" mittlerweile der Realität entrückt ist. War das blanker, politischer Fanatismus, der ihn diese Fakten verkennen ließ. Oder rieselt der Kalk bei hm doch schon zenterweise aus dem Hirn?
uksubs 08.09.2012
hatte ich eh nie getraut und nun hat er das ja mit dieser " rede " auch unterstrichen. es war immer so ein schwülstiges patriotisches amerika- bild, welches in seinen filmen die atmospäre beherrschte und ich hab mich [...]
hatte ich eh nie getraut und nun hat er das ja mit dieser " rede " auch unterstrichen. es war immer so ein schwülstiges patriotisches amerika- bild, welches in seinen filmen die atmospäre beherrschte und ich hab mich immer gefragt, warum alle gran tourino so toll finden. ein sturer alter vollidiot soll da irgendwie doch noch ein guter werden. tja, schade drum
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  • Samstag, 08.09.2012 – 00:38 Uhr
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