US-Präsidentschaftswahlen: "Dirty Harry" unterstützt Romney
Prominente Schützenhilfe für Republikaner Mitt Romney: Hollywood-Legende Clint Eastwood sprach sich öffentlich für den Konservativen als nächsten US-Präsidenten aus - der Regisseur erhofft sich ein gerechteres Steuersystem.
Sun Valley - Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, Mitt Romney, hat Unterstützung von prominenter Seite erhalten. Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood bekundete am Freitagabend am Rande einer Spendensammelaktion in Sun Valley im US-Staat Idaho, dass er hinter dem konservativen Politiker stehe. Zur Begründung sagte die Hollywood-Legende: "Ich denke, unser Land braucht einen Schub."
Für Romney ist die Unterstützung durch Eastwood endlich wieder eine positive Nachricht. Zuletzt hatte der Politiker hauptsächlich mit peinlichen Auftritten im Ausland für Schlagzeilen gesorgt. Auch in seiner Heimat erntete er für diese Pannentour durch England, Polen und Israel reichlich Hohn und Spott.
Noch im Februar hatte Eastwood dem Fernsehsender Fox News gesagt, dass er zu diesem Zeitpunkt keinen Politiker unterstütze. Gleichwohl legten ihm einige einen während des Super Bowl ausgestrahlten Werbespot als Parteinahme für Präsident Barack Obama aus. Eastwood dementierte. Er sei mit dem Präsidenten nicht "politisch verbunden". In dem Spot, der die Wirtschaftskrise der USA zum Thema hat, war Eastwood mit dem Satz zu hören: "Es ist Halbzeit in Amerika."
Auch Chuck Norris unterstützt Romney
"Wir brauchen Gouverneur Romney jetzt mehr denn je. Ich werde für ihn stimmen", sagte Eastwood nun am Freitag vor Unterstützern des Republikaners. Der Präsidentschaftskandidat dankte es ihm mit einem leicht abgewandelten Zitat aus dem Eastwood-Klassiker "Dirty Harry": "He just made my day" - "Er hat mir den Tag versüßt."
Er hoffe, dass Romney ein angemessenes Steuersystem schaffe, sagte der 82-jährige Eastwood. Eines, das Fairness bringe und die Leute nicht gegeneinander aufbringe, weil sie sich fragten, wer Steuern zahle und wer nicht. Der Filmemacher hat sich damit umgehend zum profiliertesten Unterstützer Romneys im Kreis der Berühmtheiten gemausert. Weitere Befürworter Romneys sind unter anderen Oscar-Preisträger Jon Voight, Schauspieler Chuck Norris, Milliardär Donald Trump sowie die Musiker Kid Rock und Gene Simmons.
dkr/dapd
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Fläche: 9.632.000 km²
Bevölkerung: 310,384 Mio.
Hauptstadt: Washington, D.C.
Staats- und Regierungschef: Barack Obama
Vizepräsident: Joseph R. Biden
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Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.
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