Clinton-Nachfolge Caroline Kennedy zieht Senatsbewerbung zurück

Sie wäre eine glanzvolle Senatsnachfolgerin von Hillary Clinton gewesen - doch Caroline Kennedy hat abgesagt: Die JFK-Tochter steht nicht mehr für den bisherigen Posten Clintons zur Verfügung, die neue US-Außenministerin wird. Für ihren Rückzug gab Kennedy persönliche Gründe an.


New York City - Die Kennedy-Saga bekommt vorerst kein neues politisches Kapitel: Caroline Kennedy, Tochter von Ex-Präsident John F. Kennedy (JFK), will nicht mehr Senatorin für den US-Bundesstaat New York werden. Der Posten war freigeworden, weil die bisherige Amtsinhaberin Hillary Clinton neue US-Außenministerin unter Präsident Barack Obama wird. Für ihren Rückzug gab die Demokratin Kennedy in einer schriftlichen Erklärung persönliche Gründe an - ohne allerdings Details zu nennen.

JFK-Tochter Caroline Kennedy: Rückzug aus "persönlichen Gründen"
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JFK-Tochter Caroline Kennedy: Rückzug aus "persönlichen Gründen"

"Ich habe Gouverneur Paterson heute darüber informiert, dass ich aus persönlichen Gründen meinen Namen aus den Überlegungen für den Senat der Vereinigten Staaten zurückziehen", heißt es in der Erklärung wörtlich.

Die Entscheidung über die Besetzung des Mandats trifft New Yorks Gouverneur David Paterson. Den Posten hatte einst Carolines Onkel Robert Kennedy inne, der wie sein Bruder ermordet wurde. Paterson sagte, er fange jetzt mit der Auswertung der 28-seitigen Fragebögen an, die er den Kandidaten zum Ausfüllen zugeschickt habe.

Nach dem Rückzug Kennedys hat nun wohl New Yorks Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo die besten Chancen auf den Posten. Der Demokrat ist der Sohn des früheren New Yorker Gouverneurs Mario Cuomo.

Kurz vor der offiziellen Verzichtserklärung hatte es widersprüchliche Meldungen über Kennedys Ambitionen gegeben. Die "New York Times" berichtete zunächst, dass die JFK-Tochter nicht mehr für den Senat zur Verfügung stehe, nachdem ihr Onkel Edward "Ted" Kennedy bei der Amtseinführung Obamas am Dienstag einen Schwächeanfall erlitten hatte - dies wurde dann aus ihrem Umfeld dementiert, nach mehreren Stunden aber doch bestätigt.

Kennedy hatte viel Kritik einstecken müssen

Die Bewerbung Kennedys hatte viel öffentlichen Zuspruch erfahren, aber auch scharfe Kritik - insbesondere von demokratischen Parteifreunden. Der Vorwurf an sie: Sie verfüge über keine politische Erfahrung und sei daher ungeeignet für das Amt.

Kennedy hatte zum ersten Mal im Dezember mit Gouverneur Paterson über die mögliche Clinton-Nachfolge gesprochen. Dann nahm die Demokratin Kontakt zu wichtigen politischen Figuren in New York auf, darunter Sheldon Silver, Sprecher des Landesparlaments. Außerdem soll sie laut "New York Times" Knickerbocker SKD angeheuert haben, eine prominente politische Beratungsfirma. Der Zeitung zufolge hatte sie für ihre politischen Pläne große Unterstützung aus dem Kennedy-Clan. Insbesondere ihr Cousin Robert F. Kennedy Jr. habe ihr zugeraten.

Keine andere Politikdynastie hat in den USA den Stellenwert der Kennedys - weder der Bush-Clan noch die Clintons. Vor allem weben sich um keine andere amerikanische Politikfamilie solche Mythen.

Vom Kennedy-Fluch ist oft die Rede, weil tatsächlich viele Mitglieder der Familie auf tragische Weise ums Leben kamen (siehe Kasten). Entweder sie starben bei Attentaten - wie JFK oder sein Bruder Robert - oder sie ließen bei Unfällen ihr Leben: 1984 starb Robert Kennedys Sohn David in Florida an einer Überdosis Drogen, 1997 verunglückte dessen Bruder Michael beim Skifahren in Aspen tödlich. Und 1999 kamen John F. Kennedy Jr., seine Frau Carolyn und ihre Schwester bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

flo/AP/Reuters

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Zwietracht, 15.12.2008
1.
Zitat von sysopSie ist die Tochter von JFK, jetzt bewirbt sich Caroline Kennedy um Hillary Clintons Nachfolge als Senatorin. Wenn sie von New Yorks Gouverneur ernannt wird, könnte sie das politische Erbe der Dynastie antreten - aber ist sie dafür als Politikerin reif genug?
Sie tut mir leid. Wenn schon angeblich seriöse Medien wie der Spiegel sie auf dieses Kaffekränzchenformat reduzieren glauben zu müssen. Statt sich mit ihr als eigenständiger Person auseinanderzusetzen wird sie erst einmal auf den mit der BILD-Zeitung kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht, ganz toll... In einer Wahl-Demokratie gibt es weder eine Dynastie, noch ein politisches Erbe. Wer sich die Monarchie zurücksehnt sollte Bild der Frau und BUNTE lesen. :-)
kwbgjh2, 15.12.2008
2.
Zitat von sysopSie ist die Tochter von JFK, jetzt bewirbt sich Caroline Kennedy um Hillary Clintons Nachfolge als Senatorin. Wenn sie von New Yorks Gouverneur ernannt wird, könnte sie das politische Erbe der Dynastie antreten - aber ist sie dafür als Politikerin reif genug?
Reif genug mit erst 51? Unmöglich, ich bin 48 und habe 4 Bandscheibenvorfälle und daher weiß ich, daß die Frau ist doch sozusagen nicht mal erwachsen ist. Ich bin dafür das Wählbarkeitsalter zumindest in Deutschland auf 67 zu erhöhen. Geronten an die Macht !!
jassojasso, 15.12.2008
3. Monarchie abgeschafft?
Zitat von sysopSie ist die Tochter von JFK, jetzt bewirbt sich Caroline Kennedy um Hillary Clintons Nachfolge als Senatorin. Wenn sie von New Yorks Gouverneur ernannt wird, könnte sie das politische Erbe der Dynastie antreten - aber ist sie dafür als Politikerin reif genug?
Ich dachte wenigstens in den Staaten sei die Monarchie abgeschafft. Wechselt sich nun der Bush Clan wieder mit dem Kennedy Clan ab?
Willie, 16.12.2008
4.
Zitat von sysopSie ist die Tochter von JFK, jetzt bewirbt sich Caroline Kennedy um Hillary Clintons Nachfolge als Senatorin. Wenn sie von New Yorks Gouverneur ernannt wird, könnte sie das politische Erbe der Dynastie antreten - aber ist sie dafür als Politikerin reif genug?
Es sieht so aus, als ob beim Spiegel niemand mehr weiss, was der Begriff Dynastie bedeutet. Ist er doch im vorstehenden Zusammenhang voellig fehl am Platze. Nicht nur gibt es in den USA keine politische Dynastiestruktur, noch nicht einmal der Senatorenplatz, um den sie sich bewirbt, ist derzeit von einem Kennedy besetzt.
yahoo 16.12.2008
5. Caroline Kennedy
Die Frage ist nicht kann Sie, sondern soll Sie? Es gibt keine Familie oder Verband die sich so konsequent für liberale Werte in USA so eingesetzt hat. Es ist wohl ein Witz Ihre Motivitation und Orientierung zu hinterfragen.
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