Warnung der USA: Teheran verstärkt Hilfen für Assads Regime

Syrische Truppen (Archivfoto): "Große Besorgnis" angesichts iranischer Waffenlieferungen Zur Großansicht
AFP/ SANA

Syrische Truppen (Archivfoto): "Große Besorgnis" angesichts iranischer Waffenlieferungen

Die Tonlage im Syrien-Konflikt wird schärfer: US-Außenministerin Hillary Clinton hat schwere Vorwürfe gegen Erzfeind Iran erhoben. Teheran tue alles, um Diktator Assad an der Macht zu halten. Iran unterstütze das syrische Regime mit immer mehr Personal und besseren Waffen.

Washington/Damaskus - Die Angst vor einem neuen Großkonflikt im Nahen Osten wächst. Nach Angriffen der israelischen Luftwaffe auf syrische Ziele hat sich die Tonlage erheblich verschärft. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad und Irans Regierung haben bereits mit Vergeltung gedroht. Jetzt meldet sich die scheidende US-Außenministerin Hillary Clinton zu Wort. Teheran verstärke die Unterstützung für die syrische Regierung, sagte sie in einem TV-Interview. Es sei eine der wichtigsten Prioritäten Irans, Assad an der Macht zu halten.

Die USA gingen davon aus, dass Teheran derzeit mehr Personal zur Unterstützung von Assad und zur Beratung des Militärs nach Syrien schicke. "Große Besorgnis" gebe es auch angesichts iranischer Waffenlieferungen in das Land.

"Unglaublich gefährlich"

Am Freitag beschäftigt sich auch die 49. Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Krieg in Syrien. Die Veranstaltung beginnt am Nachmittag. Prominentester Gast wird US-Vizepräsident Joe Biden sein. Clinton kündigte ein Treffen von Biden mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der Konferenz an.

Sie beklagte in dem Interview die anhaltende Unterstützung Moskaus für das Assad-Regime. Die USA hätten "Grund anzunehmen, dass die Russen Assad weiterhin finanzielle Unterstützung und militärische Hilfe in Form von Ausrüstung leisten". Dennoch habe sie die Hoffnung, dass Moskau seine Haltung zur syrischen Regierung ändern werde: "Sie können doch nicht zusehen, was passiert, und nicht einsehen, dass das für jedermanns Interessen einschließlich ihrer eigenen unglaublich gefährlich ist." Clinton scheidet am Freitag aus ihrem Amt als Außenministerin aus. Ihr Nachfolger ist der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat John Kerry.

Damaskus soll Region nicht weiter destabilisieren

Die USA wandten sich am Donnerstag auch direkt an Damaskus. "Syrien sollte die Region nicht weiter destabilisieren, etwa mit der Lieferung von Waffen an die Hisbollah", sagte Ben Rhodes, der stellvertretende nationale Sicherheitsberater. Außerdem würden die USA sehr genau die syrischen Chemiewaffen überwachen, fügte er hinzu.

Syrien hatte Israel zuvor wegen des Luftangriffs mit Rache gedroht. Es gebe die "Möglichkeit eines Überraschungsschlags", sagte der syrische Botschafter im Libanon, Ali Abd al-Karim Ali, nach Berichten des Hisbollah-Fernsehsenders al-Manar. Die Regierung in Damaskus legte bei den Vereinten Nationen zudem Beschwerde gegen Israel ein. Jerusalem habe Vereinbarungen verletzt, hieß es in staatlichen Medien.

Israels Luftangriff auf Syrien werde "erhebliche Folgen" für Israels Großstadt Tel Aviv haben, kündigte auch Irans stellvertretender Außenminister Hussein Amir Abdollahian über die Nachrichtenagentur Fars an.

Ziel der israelischen Kampfjets war offenbar ein Konvoi mit syrischen Waffen für die israelfeindliche Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Das zumindest wurde aus den USA berichtet. Dagegen meldeten syrische Staatsmedien, der Angriff habe einem militärischen Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus gegolten. Zwei Menschen seien dabei getötet, fünf weitere verletzt worden.

Vor seinem Deutschland-Besuch hatte Vizepräsident Biden den Druck auf Iran ebenfalls erhöht - allerdings in einem anderen Dauerkonflikt. Es gebe im Atomstreit noch "Zeit und Spielraum" für eine erfolgreiche Diplomatie, lockte der Stellvertreter von Präsident Barack Obama Teheran in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Aber dieses Fenster wird nicht unbegrenzt offenstehen."

heb/dpa/AFP/Reuters

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1. Die Amerikaner beliefern die Aufständischen mit Waffen
heinz.mann 01.02.2013
die Iraner die Machthaben in Syrien. Ob die Aufständischen einen demokratischeren Staat errichten würden, kann man nicht wissen. Das sieht man ja in Ägypten.
2. gähn
yymarcusyy 01.02.2013
gibt es auch noch artikel mit fakten , oder nur noch vermutungen. syrien destabilisiert die region. selten so gelacht.
3.
vulcan 01.02.2013
Zitat von heinz.manndie Iraner die Machthaben in Syrien. Ob die Aufständischen einen demokratischeren Staat errichten würden, kann man nicht wissen. Das sieht man ja in Ägypten.
"Die Amerikaner beliefern die Aufständischen in Syrien" - tatsächlich? Woher wissen Sie das denn?
4. Globales Aufrüstungsproblem
Basiscreme 01.02.2013
Die Politik und die Industrie müssen ein globales Abkommen entwickeln, wonach die Herstellung von Massenvernichtungswaffen verboten wird. Keine ABC-Waffen mehr, es sind davon schon viel zuviele auf unserer Welt. Die Menschheit muss aufwachen und etwas gegen die systematische Vernichtung ihrerselbst tun. Wir brauchen Uns nicht wundern, dass eines Tages solche Waffen in die falschen Hände (eigentlich gehören diese in garkeine Hände) geraten werden. Abrüstung ist der erste Schritt zum friedlichen Miteinander. Das ganze Geld könnte man gegen Kinderarmut einsetzen.
5.
pauschaltourist 01.02.2013
Mich würde es nicht wundern, unterstützt der Iran bald auch mit iranischen Kampfgruppen vor Ort die Syrische Regierung im Kampf gegen die Opposition. Finanziert durch die Russen, die ihren Flottenstützpunkt in Gefahr sehen.
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