Verdächtige Pakete New Yorker Bürgermeister spricht von Terrorakt

"Eine Menge Hass in der Luft": New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio stuft die Sendung mehrerer Pakete, die offenbar Sprengsätze enthalten, als Terrorakt ein. Derweil wurden zwei weitere Funde gemeldet.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio (l.) und der Gouverneur Andrew Cuomo
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New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio (l.) und der Gouverneur Andrew Cuomo


Nachdem mehrere verdächtige Pakete zwei Wochen vor den Kongresswahlen an Demokraten geschickt wurden, hat in New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio die Vorfälle als Terrorakt bezeichnet. Es sei eindeutig ein Terrorakt, der darauf abziele, die freie Presse und Politiker einzuschüchtern, sagte er auf einer Pressekonferenz. Ziel einer solchen Aktion sei, die Gesellschaft zu terrorisieren.

Blasio sprach von "schmerzhaften Zeit für unsere Nation". Es liege "eine Menge Hass in der Luft". Die Situation sei aber unter Kontrolle, es sei zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Gefahr für weitere Ziele in New York bekannt. Dennoch sei die Polizeipräsenz in der Stadt erhöht.

Nach dem Fund eines verdächtigen Pakets war am Mittwochvormittag (Ortszeit) ist das Time Warner Center in Manhattan, in dem unter anderem der US-Fernsehsender CNN seinen Sitz hat, geräumt worden. Nach Polizeiangaben wurde das Paket sicher aus dem Gebäude entfernt und wird nun eingehend untersucht. Es scheine sich um Rohrbomben zu handeln, hieß es. Den Angaben nach wurde in dem Paket unter anderem auch ein Umschlag mit weißem Pulver gefunden.

Konkret war die potenziell gefährliche Lieferung an den Fernsehsender an den früheren Direktor des Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan, adressiert. Er arbeitet als Experte für CNN und ist ein scharfzüngiger Trump-Kritiker.

Video: CNN-Büros in New York nach verdächtigem Fund evakuiert

JUSTIN LANE/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Der amerikanische Secret Service hatte zuvor zwei Pakete mit mutmaßlichen Sprengsätzen an den früheren US-Präsidenten Barack Obama und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton abgefangen.

Am Montag war bereits ein Sprengsatz im Briefkasten des Milliardärs George Soros im Bundesstaat New York gefunden worden. Soros hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 die gegen Donald Trump unterlegene Hillary Clinton unterstützt.

Zwei weitere verdächtige Pakete

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo sagte, auch an sein Büro sei ein verdächtiges Paket geschickt worden. Wie sich später herausstellte war es jedoch kein Sprengsatz und es steht nicht in Verbindung mit den anderen Paketen.

Die demokratische US-Abgeordnete Maxine Waters teilte kurz danach ebenfalls mit, dass ihr Büro in Washington das Ziel eines verdächtigen Pakets gewesen sei. Es sei an das FBI zur Untersuchung weitergeleitet worden.

Donald Trump hat den Versand der Pakete an Demokraten verurteilt und zu Zusammenhalt in der amerikanischen Gesellschaft aufgerufen. Politische Gewalt habe keinen Platz in den USA, sagte Trump. "Wir müssen zusammenhalten."

Die Urheber dieser "verabscheuungswürdigen Taten" würden zur Rechenschaft gezogen werden. "Wir sind extrem sauer, traurig und unglücklich über das, was wir heute Vormittag erlebt haben - und wir werden das gründlich aufklären", sagte Trump. Die Ermittlungen seien im Gange, um die Verantwortlichen aufzuspüren.

cop/dpa/Reuters

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