Mogadischu - Der Vorfall hat sich offenbar schon am frühen Morgen ereignet. Jedenfalls gingen beim Anti-Piraterie-Zentrum IMB sehr früh die ersten Meldungen über die mögliche Entführung des Schiffs ein. Es dauerte allerdings eine ganze Weile, bis man die Informationen bestätigen konnte.
Heikel ist die Entführung, weil erstmals amerikanische Seeleute mit dem Frachter gekidnappt worden sind. 21 Amerikanern hätten sich an Bord befunden - das gab das Maritime Security Centre bekannt. Sie seien unverletzt, hieß es. Die dänische Mutterfirma Maersk leiht das Schiff an andere Unternehmen aus, in diesem Fall an eine amerikanische Transportgesellschaft.

"Maersk Alabama" (Archivbild unter altem Namen "Alva"): Früher oft heiße Ware an Bord
Die USA haben mehrere Kriegsschiffe in der Region, die im Rahmen der "Task Force 151" den Seeweg vor Somalia schützen sollen. Bisher aber schreckten sowohl die USA als auch die an der europäischen Anti-Piraterie-Mission "Atalanta" beteiligten Staaten vor gewaltsamen Befreiungsaktionen zurück.
Denn die Maersk-Containerschiffe sind eine der vom amerikanischen Militär benutzten Wege, um Rüstungsmaterial, aber auch geheime Technik wie Drohnen und andere Aufklärungslogistik, für das US-Militär zu verschiffen. Die "Alabama" war aber nicht im Auftrag des Pentagon unterwegs.
Die Zahl der Entführungen, meist von Containerschiffen, hat in den vergangenen Wochen massiv zugenommen. Insgesamt sind zur Zeit fast 20 Schiffe in der Hand von Piraten, darunter die deutsche "MV Hansa Stavanger".
mgb/flo/amz
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