Cyberangriff Hacker attackieren britisches Parlament

Das britische Unterhaus ist am Wochenende von Cyber-Kriminellen angegriffen worden. Laut Parlamentsverwaltung lief die Hackerattacke "anhaltend und entschlossen" ab. Alle Nutzerkonten des Unterhauses waren betroffen.

Premierministerin Theresa May im Unterhaus
DPA

Premierministerin Theresa May im Unterhaus


Das britische Parlament ist Ziel einer Cyberattacke geworden. Es habe einen "anhaltenden und entschlossenen" Hackerangriff auf alle Nutzerkonten des Unterhauses gegeben, informierte die Parlamentsverwaltung die Abgeordneten laut der Zeitung "Daily Telegraph" in einer E-Mail über den Angriff. Eine Sprecherin des Unterhauses bestätigte die Attacke. Sie sagte, es seien umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet worden.

In der E-Mail an die Abgeordneten hieß es, am Samstagmorgen seien "ungewöhnliche Aktivitäten entdeckt worden und Hinweise auf eine versuchte Cyberattacke auf unser Computernetzwerk". Die Verwaltung arbeite eng mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit zusammen, um die Angriffe abzuwehren. Das Parlament habe den externen Zugang zum Netzwerk gesperrt. Abgeordnete hatten damit außerhalb des Parlaments keinen Zugriff mehr auf ihre E-Mail-Konten.

Unklar blieb bislang, wie viele Personen von der Attacke betroffen sind und ob es irgendwelche Schäden, Forderungen von Seiten der Hacker oder den Verlust sensibler Informationen gegeben hat.

Britische Medien, darunter die "Times" hatten zuvor berichtet, Hacker hätten Passwörter von Abgeordneten im Internet zum Verkauf angeboten. Die Behörde für Kriminalitätsbekämpfung (National Crime Agency) erklärte, sie habe Kenntnis von einer möglichen Cyberattacke auf das Parlament.

"Eine Warnung an alle"

Der Minister für internationalen Handel, Liam Fox, sagte der BBC, es sei bekannt, dass Hacker britische Behörden attackierten. "Also ist es keineswegs überraschend, dass es einen Versuch gegeben hat, Parlaments-E-Mails zu hacken." Der Cyberangriff sei eine "Warnung an alle, dass wir mehr Sicherheit und bessere Passwörter brauchen", sagte Fox dem Sender ITV News.

Vergangenen Monat hatte es einen groß angelegten internationalen Hackerangriff gegeben, der insbesondere auch das britische Gesundheitswesen traf. Mehrere Krankenhäuser in Großbritannien mussten ihren Betrieb vorübergehend einstellen. In Deutschland war die Bahn betroffen, in Spanien der Konzern Telefónica, in Russland das Innenministerium. Betroffen waren Hunderttausende Computer in 150 Ländern.

Die Angreifer hatten die Schadsoftware "WannaCry" genutzt, um Computerdaten zu verschlüsseln. Sie verlangten ein Lösegeld, um die Daten wieder freizugeben. Auf dem Bildschirm infizierter Rechner erschien die Aufforderung, innerhalb von drei Tagen 300 Dollar in Bitcoin zu überweisen. Andernfalls würden die verschlüsselten Daten gelöscht. Die Behörden warnten davor, den Geldforderungen nachzukommen.

kig/AFP/AP

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ronald1952 25.06.2017
1. Ich finde es sehr Schade
das es immer mehr Menschen gibt die anderen nur Schaden wollen, aus welchen Gründen auch immer.Diese Leute verstehen anscheinend nicht, daß Sie uns allen Schaden zufügen. Eines haben solche Menschen für mich gemeinsam,Ihre unsägliche Dummheit die Sie an den Tag legen in dem Glauben damit etwas ändern zu können. Es wird sich nichts ändern, sondern alles nur schlimmer machen.Aber selbst diese Erkenntnis falls Sie diese hätten, würde solche Menschen nicht davon abhalten die Gesellschaft zu schädigen wo immer Sie können, denn Sie glauben sich im Recht obwohl wir Menschen uns schon vor sehr langer Zeit nicht nur Gesetze gegeben haben sondern auch Regeln zu Moral, Ethik und Anstand. Leider wird das in unserer heutigen Zeit oft vergessen. schönen Tag noch,
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