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Wahlen in Dänemark: Thorning-Schmidt steht vor der Abwahl

Die Dänen haben gewählt: Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen liegt der bürgerliche Block deutlich vorne. Für die Sozialdemokratin Thorning-Schmidt schwindet die Hoffnung auf eine zweite Amtszeit.

Dänemark: Helle gegen Lars Fotos
AFP

Die dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt hat mit ihren Sozialdemokraten in den vergangenen Monaten eine rasante Aufholjagd hingelegt - muss sich aber am Ende wohl ihrem Herausforderer Lars Løkke Rasmussen von der rechtsliberalen Partei Venstre geschlagen geben. Nach Auszählung von 54 Prozent der Stimmen kommt bei den Parlamentswahlen laut dem Sender DR der bürgerliche Block, angeführt von Rasmussen auf eine Mehrheit von 91 Mandaten gegenüber 84 Mandaten für das Mitte-Links-Bündnis von Thorning-Schmidt.

Nachwahlbefragungen hatten ein engeres Rennen ergeben. Laut den Prognosen des öffentlich-rechtlichen Senders kommt der Mitte-links-Block mit der Sozialdemokratin Thorning-Schmidt an der Spitze auf 86 Sitze im Parlament, der bürgerliche Block auf 89. Laut dem Sender TV2 könnte das Ergebnis noch knapper ausfallen: Den Prognosen zufolge kommen die bürgerlichen Parteien auf 88 Sitze, das Mitte-links-Bündnis auf 87.

Bei den Nachwahlbefragungen wurden noch nicht Grönland und die Faröer-Inseln berücksichtigt. Angesichts des engen Rennens könnten die vier Parlamentssitze den Ausschlag geben, die hier vergeben werden. Bei den vergangenen Wahlen gingen die beiden grönländischen Sitze an den von den Sozialdemokraten angeführten Block, auf den Färöer Inseln je eines an beide Lager. Für eine Mehrheit in dem 179 Sitze starken dänischen Parlament sind 90 Sitze nötig.

Venstre verliert viele Mandate

Eine Partei konnte sich schon als Sieger feiern: Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei bekam nach beiden Prognosen mehr als 18 Prozent der Stimmen und schaffte damit ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Parlamentswahl. Damit wird sie drittstärkste Partei und liegt nur knapp hinter der rechtsliberalen Venstre von Løkke Rasmussen, die offenbar im Vergleich zu 2011 viele Wähler verlor und den Prognosen zufolge bis zu 12 Sitze im Parlament abgeben muss. "Dieser Tag ist ein Festtag, ein ganz fantastischer Festtag", sagte der Chef der Rechtspopulisten, Kristian Thulesen Dahl, als er kurz nach Bekanntwerden der Prognosen vor seine Anhänger trat.

Jubeln kann auch die neu gegründete "Die Alternative", die für einen "grünen Wandel" eintritt. Die Prognosen sagen voraus, dass die Partei ins Parlament einzieht. "Die Alternative" würde die Sozialdemokratin Thorning-Schmidt unterstützen.

Ein vorläufiges Endergebnis der Wahl wird am Freitag gegen 1.30 Uhr erwartet. Die Verteilung der grönländischen Mandate könnte aber wegen des Zeitunterschiedes zu der weiter westlich gelegenen Insel erst am frühen Freitagmorgen feststehen.

Die Sozialdemokratin Thorning-Schmidt hatte vor vier Jahren als erste Frau den Sprung an die Regierungsspitze geschafft und führte zuletzt eine Minderheitsregierung mit den Sozialliberalen. Im Wahlkampf hatten die Ministerpräsidentin und ihr Herausforderer Løkke Rasmussen sich gegenseitig scharf angegriffen. Vor allem die Themen Wohlfahrt und Asylpolitik hatten die Debatten bestimmt.

anr/Reuters/dpa

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