Kampf gegen IS-Miliz Dänemark schickt F16-Jets nach Syrien

Dänemark weitet den Kampf gegen die IS-Miliz künftig auch auf Syrien aus. Laut Parlamentsbeschluss stellt das Land ab Mitte des Jahres sieben Kampfflugzeuge, eine Transportmaschine und 400 Soldaten.


Dänemark schickt in diesem Jahr erneut F16-Kampfflugzeuge zum Einsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) - zusätzlich zum Irak jetzt auch nach Syrien. Das beschloss das dänische Parlament am Dienstag in Kopenhagen. Auch ein Hercules-Transportflugzeug will das Land einsetzen. Bis zu 400 dänische Soldaten sollen entsendet werden.

90 Abgeordnete des Folketing stimmten dafür, 19 dagegen. Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen hatte die Zusage im vergangenen Monat gemacht.

Die USA fliegen seit dem Sommer 2014 Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Ziele in Syrien und im Irak. An der internationalen Koalition sind unter anderem auch Frankreich, Großbritannien und die Niederlande beteiligt. Für den Kampf am Boden setzt Washington auf verbündete syrische Rebellen, kurdische Verbände und die irakische Armee, die mit Waffenlieferungen und Militärausbildern unterstützt werden.

"Dank des Einsatzes der globalen Koalition befinden wir uns in einer Situation, in der der Irak nicht zusammengebrochen ist und der IS zurückgedrängt wurde", sagte der dänische Außenminister Kristian Jensen. "Das ist so, weil Dänemark mit mehr als 65 Koalitionspartnern Verantwortung übernommen hat."

Dänemark ist in erhöhter Alarmbereitschaft, seit im Februar vergangenen Jahres zwei Menschen bei Anschlägen in Kopenhagen getötet wurden . Auch die islamistischen Anschläge in Brüssel im März und in Paris im November haben die Sicherheitsbehörden alarmiert.

Die dänische Polizei vermeldete zuletzt einen Ermittlungserfolg. Bei Kopenhagen nahmen die Beamten vier mutmaßliche Kämpfer der IS-Miliz fest . Bei einer Durchsuchung wurden laut Polizei in dem Zusammenhang auch Waffen und Munition entdeckt. Der dänische Geheimdienst geht davon aus, dass mehr als 125 Menschen aus Dänemark sich in Syrien und im Irak dem IS angeschlossen haben.

vek/AFP/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
frank_w._abagnale 20.04.2016
1. Wie kommt es eigentlich....?
Wie kommt es eigentlich, dass alle Länder eine einsetzbare und flexible Luftwaffe zu haben scheinen nur unsere Bundeswehr nicht...?
hellerim 20.04.2016
2. Unnötige Aufwertung
In der gängigen Berichterstattung hat sich der Begriff vom "IS-Kämpfer" breitgemacht. Ich finde die Kombination mit dem Wort "Kämpfer", das eher positiv belegt ist, fatal, da es schwerstkriminelle Verhaltensweisen aufwertet. Der IS ist eine hochgefährliche und aggressive Ansammlung von Psycho- und Soziopathen, Mördern und Räubern. Deshalb wäre eine Wortbildung wie "IS-Kriminelle" sicherlich angemessener.
karottenjoe 20.04.2016
3.
@frank_w._abagnale Ganz einfach: Weil unsere Politnieten sich ständig irgendwelchen Schrott aufschwatzen lassen, der nicht funktioniert, und deshalb das veraltete Zeug weiter benutzt werden muss. Mit gewisser Schadenfreude warte ich ja bereits darauf, das einer der 40 Jahre alten Tornados in Syrien aus altersschwäche einfach vom Himmel fällt.
Faceoff 20.04.2016
4. Symbol-Politik?
"Ab Mitte des Jahres" also ... ! Braucht es tatsächlich eine monatelange Vorbereitung, um sage und schreibe 7 Jets in die Luft zu bekommen, oder wird hier Symbol-Politik betrieben? Und überhaupt: Flugzeuge, die den IS bekämpfen, gibt es bereits in großer Zahl. Den IS an anderer Stelle zu treffen (z. B. Finanzierungsquellen, Beschaffungsquellen, Zustrom neuer Anhänger, etc.) wäre möglicherweise effektiver, als das fortgesetzte Bombardement, das leider immer wieder auch zahlreiche Unschuldige tötet. Wünschenswert wäre es auch, wenn Russland in Syrien tatsächlich den IS in´s Visier nähme (und nicht vorwiegend andere, tw. auch nicht islamistisch geprägte Gruppen).
Androupolis 20.04.2016
5.
Zitat von Faceoff"Ab Mitte des Jahres" also ... ! Braucht es tatsächlich eine monatelange Vorbereitung, um sage und schreibe 7 Jets in die Luft zu bekommen, oder wird hier Symbol-Politik betrieben? Und überhaupt: Flugzeuge, die den IS bekämpfen, gibt es bereits in großer Zahl. Den IS an anderer Stelle zu treffen (z. B. Finanzierungsquellen, Beschaffungsquellen, Zustrom neuer Anhänger, etc.) wäre möglicherweise effektiver, als das fortgesetzte Bombardement, das leider immer wieder auch zahlreiche Unschuldige tötet. Wünschenswert wäre es auch, wenn Russland in Syrien tatsächlich den IS in´s Visier nähme (und nicht vorwiegend andere, tw. auch nicht islamistisch geprägte Gruppen).
Tja Russland hat eben mehr daran Interesse die Rebellen zu schlagen als den IS, weil die eben für Assad die größere Gefahr sind. Das ist Politik.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.