Lindholm Dänemark will abgelehnte Asylbewerber auf Insel einquartieren

Dänemark plant, auf der Ostseeinsel Lindholm ein Zentrum für abgelehnte und straffällige Asylbewerber aufzubauen. Die Betroffenen müssten dort mindestens die Nächte verbringen, erklärte der Finanzminister.

Flüchtlingstreck auf dänischer Autobahn im Jahr 2015
DPA

Flüchtlingstreck auf dänischer Autobahn im Jahr 2015


Dänemark verschärft die Vorschriften für abgelehnte Asylbewerber. Die Mitte-Rechts-Regierung und die sie unterstützende Dänische Volkspartei einigten sich unter anderem darauf, eine Obergrenze für Familienzusammenführungen einzuführen.

"Jetzt sagen wir den Menschen vom ersten Tag an, dass sie nicht für den Rest ihres Lebens in Dänemark bleiben können", sagte Peter Skaarup, Fraktionsvorsitzender der Dänischen Volkspartei. "Sie bekommen nur vorübergehend eine Unterkunft, bis sie nach Hause zurückkehren können."

"Kein Gefängnis, aber..."

Darüber hinaus soll ein Zentrum auf der Insel Lindholm künftig Ausländer aufnehmen, die wegen Straftaten oder abgelehnter Asylanträge Dänemark verlassen müssen. Finanzminister Kristian Jensen sagte: "Das ist kein Gefängnis, aber man muss nachts dort sein." Tagsüber verbindet eine Fähre die Insel mit dem Festland.

Lindholm liegt im Süden Dänemarks, die Insel ist nur sieben Hektar groß. Das Zentrum für Ausreisepflichtige soll dort demnach ab 2021 entstehen. Bis jetzt befindet sich auf dem Gebiet dem Bericht zufolge nur ein Außenposten von Dänemarks Technischer Universität.

Die Regierung und die Dänische Volkspartei trafen außerdem eine Haushaltsvereinbarung für 2019, in der auch die strengeren Vorschriften für abgelehnte Asylbewerber enthalten sind.

irb/dpa

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